ArchivDeutsches Ärzteblatt20-21/2018Sprechstundenzeiten: Müdes Lächeln
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Sehr amüsiert habe ich die Aufforderung unseres neuen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters und Gesundheitsexperten Herrn Jens Spahn zu mehr offenen Sprechstunden gelesen, in denen man sich als Patient spontan behandeln lassen kann.

Wir westfälisch-lippischen Kinderärzte versuchen bei bundesweit miserabelster Bezahlung in Winterzeiten mit unseren Teams Patientenzahlen von 100 bis 130 Patienten am Tag zu versorgen.

Ohne straffe und sehr klare Terminvereinbarungen, die sicher keine großen Spontanbesuche erlauben, würden wir förmlich ersaufen. ... Terminplanung, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit der Patienten sind hier das A und O einer Versorgung, die an der Grenze der Belastbarkeit bei 60 bis 70 Stunden Sprechstundenzeit pro Woche (inklusive der Notdienste an Wochenenden, Mittwochen, Freitagen und Feiertagen) liegen. Arbeitspausen gibt es da im 12-bis-13-Stundentag bei 3 bis 5 Minuten pro Patient nicht mehr.

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Da lässt uns das Versprechen der besseren Bezahlung der Spontansprechstunden angesichts der anhaltend beschämend niedrigen Regelleistungsvolumina nur noch müde lächeln. ...

Lieber Herr Spahn, Sie machen uns das doch bitte mal vor. Einmal pro Woche möchten wir Kinderärzte und sicher auch unsere anderen niedergelassenen Fachärzte, aber auch jeder interessierte Bürger mit seinen gesundheitspolitischen Sorgen ungeplant, ohne Terminvereinbarung Sie persönlich vormittags im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium spontan besuchen können. Die Besuchsdauer bestimmen wir, sollte natürlich flexibel ausdehnbar sein, aber wehe wir müssen warten. ...! Sie kriegen dann auch 1,50 Euro mehr Gehalt pro Besuch. Wir freuen uns auf Ihre Flexibilität! Schön, dass Sie das so einfach einrichten können!

Dr. med. Dietmar Wigger, 48291 Telgte

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