ArchivDeutsches Ärzteblatt20-21/2018Ernährung: Zuckersteuer sorgt für Streit in Regierungskoalition

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Ernährung: Zuckersteuer sorgt für Streit in Regierungskoalition

Dtsch Arztebl 2018; 115(20-21): A-961 / B-811 / C-811

KNA; dpa; afp

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Bei Ernährungsfragen gehen die Vorstellungen von SPD und Union auseinander. Foto: Joshua Resnick/stock.adobe.com
Bei Ernährungsfragen gehen die Vorstellungen von SPD und Union auseinander. Foto: Joshua Resnick/stock.adobe.com

In der Großen Koalition gibt es Streit über eine Zuckersteuer. „Strafsteuern auf Zucker sind Augenwischerei und können das Problem nicht beheben“, sagte die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Gitta Connemann (CDU). Sie reagierte damit auf Äußerungen von Sabine Dittmar, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Dittmar hatte die Zuckersteuer als „sehr sinnvolles Instrument“ bezeichnet. Connemann erklärte hingegen, Übergewicht und Diabetes kämen nicht nur von Zucker, sondern hätten viele Ursachen wie genetische Veranlagung, mangelnde Bewegung und zu wenig Schlaf. Die Verbraucher müssten bewusster essen, sich mehr bewegen und schlafen, dann würden sie „höchstwahrscheinlich“ nicht dick. Eine Zuckersteuer ändere das Ernährungsverhalten nicht. Connemann betonte, wie wichtig „umfassende und verständliche Information“ der Verbraucher sei – „allerdings: ideologiefrei und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend“. Während sich Dittmar überwiegend optimistisch zeigte, dass eine Zuckersteuer in Deutschland noch in dieser Legislaturperiode eingeführt werde, verwies Connemann auf den Koalitionsvertrag, in dem diese nicht vereinbart ist. Erst kürzlich hatte ein Bündnis aus Ärzten, Organisationen und Kassen für eine Zuckersteuer, verständlichere Kennzeichnungen und Werbeverbote geworben. kna/dpa/afp

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