ArchivDeutsches Ärzteblatt20-21/2018Organspende: Ärzteparlament plädiert für die Widerspruchslösung

DEUTSCHER ÄRZTETAG

Organspende: Ärzteparlament plädiert für die Widerspruchslösung

Dtsch Arztebl 2018; 115(20-21): A-997 / B-843 / C-841

Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
In der Organspende ist ein Systemwechsel notwendig, findet eine Mehrheit der Abgeordneten des 121. Deutschen Ärztetages.
In der Organspende ist ein Systemwechsel notwendig, findet eine Mehrheit der Abgeordneten des 121. Deutschen Ärztetages.

Die Widerspruchslösung sollte die derzeit bestehende Entscheidungslösung in der Organspende ersetzen. Dafür hat sich nach kurzer Debatte der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt ausgesprochen. Die Delegierten forderten den Gesetzgeber auf, das Transplantationsgesetz (TPG) entsprechend zu verändern. „Es kann von jeder Bürgerin und jedem Bürger nach der gesetzlich in § 2 Abs. 1 TPG geregelten Aufklärung durch die Krankenkassen erwartet werden, dass sie sich mit der Problematik auseinandersetzen und im Falle einer tatsächlichen Ablehnung ihr NEIN zur Organspende formulieren“, heißt es in dem Antrag. In der Begründung zum Antrag wird ausgeführt, dass die Organspendebereitschaft in der Gesellschaft auch nach einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hoch sei, trotzdem würden die jährlichen Organspenderzahlen in Deutschland seit zehn Jahren kontinuierlich sinken. „Dieses Problem, das jedes Jahr den Tod für viele Patienten auf der Warteliste bedeutet, muss durch viele verschiedene Maßnahmen angegangen werden. Eine dieser Maßnahmen ist die Einführung der in fast allen europäischen Ländern üblichen Widerspruchslösung“, heißt es weiter. Der Abstimmung waren nur wenige Wortmeldungen vorangegangen. „Wir brauchen einen Systemwechsel hin zur Widerspruchslösung“, hatte etwa Dr. med. Karl Breu (Bayern) erklärt. Dr. med. Sven Christian Dreyer (Nordrhein) betonte hingegen, es gebe immer noch Unregelmäßigkeiten in einigen Kliniken. Erst wenn das Vertrauen in die Transplantationsmedizin vollständig wiederhergestellt sei und sich alle an bestehende Regeln hielten, könne man der Bevölkerung diese Lösung zumuten. may

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema