ArchivDeutsches Ärzteblatt20-21/2018Elektronische Patientenakte: Akte ist nicht gleich Akte

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Elektronische Patientenakte: Akte ist nicht gleich Akte

Dtsch Arztebl 2018; 115(20-21): A-962

Krüger-Brand, Heike E.

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Auf den Unterschied von elektronischer Gesundheitsakte und elektronischer Patientenakte (ePA) hat Dr. rer. soc. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bei der KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung (KBV-VV) explizit hingewiesen. Die kürzlich vorgestellte Akte der Techniker Krankenkasse (TK) sei keine ePA nach Maßgabe des E-Health-Gesetzes, erklärte Kriedel auf der KBV-VV in Erfurt. Vielmehr sei sie eine freiwillige Zusatzleistung der Krankenkasse für ihre Versicherten, die mit der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) und der damit verbundenen Sicherheitsarchitektur nichts zu tun habe.

Die ePA nach E-Health-Gesetz werde derzeit in der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte spezifiziert. Sie entwickelt die technischen Standards, die die Grundlage für die Interoperabilität der digitalen Vernetzung im Gesundheitsbereich bilden. Die inhaltlichen Festlegungen, wie etwa Vorgaben zur ePA, zum eImpfpass oder eEntlassbrief, sollten Kriedel zufolge hingegen von KBV und GKV-Spitzenverband getroffen und im Bundesmantelvertrag vereinbart werden. „Dafür wollen wir direkt mit dem GKV-Spitzenverband verhandeln und weitere Partner der gemeinsamen Selbstverwaltung ins Benehmen setzen“, erläuterte Kriedel. Hierfür benötige die KBV vom Gesetzgeber die „primäre Kompetenz, die Standards an den Schnittstellen zu definieren“.

Aus Sicht der Ärzte ist dabei wesentlich, dass die ePA eine revisionssicher geführte Akte sein muss. Der Patient soll auch ohne Umweg des Zwei-Karten-Prinzips darauf zugreifen und zudem Inhalte ergänzen, aber auch verbergen können. Der Arzt hingegen müsse sicher sein können, dass er deswegen nicht in Haftung genommen werde, so Kriedel. Ihm zufolge arbeitet die gematik auch an mobilen Anwendungen für die TI als nächsten wichtigen Schritt. KBr

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