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Dtsch Arztebl 2018; 115(20-21): A-1010

rme; RF

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Weniger Exazerbationen bei COPD unter inhalativer Triple-Therapie – Eine Triple-Therapie, bestehend aus einem inhalativen Glukokortikoid, einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) und einem langwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA), hat in einer Studie die Zahl der Exazerbationen von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) deutlich gesenkt. Laut der Publikation kam es jedoch zu einem leichten Anstieg der Pneumonien.

Die Behandlung der COPD sollte nach den Leitlinien mit einem LABA oder mit einem LAMA als Monotherapie begonnen werden. Wenn dies den Krankheitsverlauf nicht aufhält, es also zu weiteren Exazerbationen oder zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion kommt, sollen LABA und LAMA kombiniert werden. Der Einsatz eines inhalativen Glukokortikoids als 3. Komponente ist umstritten, da es Zweifel am Zusatznutzen gibt und das Steroid das Risiko von Infektionen, sprich einer Pneumonie, erhöht.

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Seit dem letzten Jahr ist der 3-fach-Inhalator Trelegy Ellipta (GSK) zugelassen, der ein inhalatives Glukokortikoid (Fluticasonfuroat) mit einem LABA (Vilanterol) und einem LAMA (Umeclidinium) kombiniert. GSK hat den Triple-Inhaler in der weltweiten IMPACT-Studie an 10 355 Patienten mit COPD testen lassen. Die Patienten wurden zu gleichen Teilen auf eine Triple-Therapie oder eine 2er-Kombination aus inhalativem Glukokortikoid plus LABA (Fluticasonfuroat-Vilanterol) oder einer Kombination aus LAMA plus LABA (Umeclidinium-Vilanterol) randomisiert. Primärer Endpunkt war die Zahl der COPD-Exazerbationen im Verlauf der Studiendauer von 52 Wochen.

Unter der Triple-Therapie kam es zu 0,91 Exazerbationen pro Jahr und Patient, verglichen mit 1,07 pro Jahr und Patient in der Fluticasonfuroat-Vilanterol-Gruppe, und zu 1,21 Exazerbationen pro Jahr und Patient in der Umeclidinium-Vilanterol-Gruppe.

Die Rate Ratio für den Vergleich der Triple-Therapie zur Kombination aus inhalativem Glukokortikoid plus LABA betrug 0,85 und war signifikant. Unter der Triple-Therapie kam es demnach zu 15 % weniger Exazerbationen.

Die Rate Ratio für den Vergleich der Triple-Therapie zur Kombination aus LAMA plus LABA betrug 0,75 (0,70–0,81), was einen Rückgang der Exazerbationen um 25 % bedeutet.

Am deutlichsten waren die Unterschiede bei den Patienten mit erhöhten Eosinophilen im Blutbild (über 150 Zellen/µl), was der Verdienst des inhalativen Glukokortikoids sein dürfte. Allerdings erhöhte Fluticasonfuroat auch die Inzidenz der Pneumonien, die unter der Triple-Therapie bei 96,6 Patienten pro 1 000 Patientenjahre auftraten gegenüber einer Rate von 61,2 pro 1 000 Patientenjahre in der LAMA- plus-LABA-Gruppe. rme

Quelle: N Engl J Med. 2018; 378(18): 1671–80

Altersgerechte Schmerztherapie mit Tapentadol retard – Eine suffiziente Schmerztherapie sei gerade bei Senioren wichtig, weil dies ihre Mobilität erhalte und ihnen ein erfülltes Sozialleben ermöglichte, betonten Fachärzte während eines Symposiums in Mannheim. Gerade Schmerzen aufgrund einer Arthrose hindern Senioren daran, ihre Wohnung zu verlassen, führte der niedergelassene Orthopäde Dr. med. Hermann Schwarz, Freudenstadt, aus.

Da Arthrose mit entzündlichen und destruktiven Prozessen einhergeht, spielen auch Medikamente wie NSAR oder Coxibe bei der Schmerztherapie eine Rolle. Diese eignen sich aber nicht für den dauerhaften Einsatz, da sie dann mit gastrointestinalen (NSAR) oder kardiovaskulären Nebenwirkungen (beide) einhergehen.

Hier seien Opioide wie Tapentadol retard (Palexia® retard, Grünenthal) geeigneter. Zudem, fährt Schwarz fort, decke der μ-Opioid-Rezeptor-Agonist (MOR) und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NRI) zugleich die nozizeptive wie auch neuropathische Schmerzkomponente ab. Da dieses Analgetikum nicht über die CYP450-Pfade metabolisiert oder sogar erst in eine aktive Substanz verwandelt würde, wie dies bei einigen Opioiden der Fall ist, würden damit Arzneimittelinteraktionen weitestgehend vermieden. RF

Satellitensymposium: Schmerztherapie beim geriatrischen Patienten, DGIM-Kongress, Veranstalter: Grünenthal GmbH

Versorgung von Diabetikern mit kardialer Komorbidität – Die Gefäßsituation von mindestens der Hälfte aller Diabetiker in Deutschland ist kritisch, meinten Experten auf einem Symposium in Mannheim. „Daher ist bei ihnen unbedingt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig“, betont der Nephrologe Prof. Dr. med. Roland Schmieder, Universitätsklinikum Erlangen. Liegt bei dieser Patientengruppe eine manifeste kardiale Erkrankung wie eine KHK vor, sollte diese Komorbidität auch unbedingt medikamentös adressiert werden, fügt der Diabetologe Dr. med. Andreas Liebl, Bad Heilbrunn, hinzu.

Für den SGLT2-Inhibitor Empagliflozin (Jardiance®, Boehringer Ingelheim und Lilly) liegte, so Liebl, eine entsprechende Evidenzbasierung vor. In der Endpunktstudie EMPA-REG OUTCOME konnte bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und bestehender kardiovaskulärer Erkrankung eine signifikante relative Risikoreduktion der kardiovaskulären Mortalität erzielt werden. Dieser Parameter ist eine Komponente des primären kombinierten Endpunkts, der sich aus kardiovaskulärer Mortalität, nichttödlichem Herzinfarkt und nichttödlichem Schlaganfall zusammensetzt, für den allerdings keine Signifikanz erlangt werden konnte (Zinman B, et al.: N Engl J Med 2015; 373 (22): 2117–28). RF

5 vor 12: Der Typ-2-Diabetiker mit Gefäßerkrankung – Risikofaktoren müssen in der Therapie berücksichtigt werden, DGIM-Kongress, Veranstalter: Boehringer Ingelheim, Lilly

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