ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2018Hausarztzentrierte Versorgung: Bundesversicherungsamt fordert Korrektur bei Chronikerpauschalen

AKTUELL

Hausarztzentrierte Versorgung: Bundesversicherungsamt fordert Korrektur bei Chronikerpauschalen

Dtsch Arztebl 2018; 115(22): A-1032 / B-870 / C-866

Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Hausarztverträge müssen bis Ende August angepasst werden. Foto: gpointstudio/stock.adobe.com
Die Hausarztverträge müssen bis Ende August angepasst werden. Foto: gpointstudio/stock.adobe.com

Das Bundesversicherungsamt (BVA) nimmt die Chronikerpauschalen von Hausarztverträgen ins Visier. Das geht aus einem Schreiben an das Bundesministerium für Gesundheit, die Aufsichtsbehörden der Länder und den GKV-Spitzenverband hervor. Hintergrund ist das Vorhaben von BVA und Länderaufsichten zu verhindern, dass Krankenkassen Einfluss auf das ärztliche Codierverhalten nehmen und somit auch auf den morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich (Morbi-RSA). In dem Brief stellt das BVA klar, dass die von der Arbeitsgruppe aus Länderaufsicht und BVA zuletzt gefassten Beschlüsse auch Auswirkungen auf die Verträge der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) haben. „Die Aufsichtsbehörden sind der Auffassung, dass die Höhe der Vergütung für eine vertragliche Leistung nicht in Abhängigkeit von der Anzahl der dokumentierten Diagnosen variieren darf“, schreibt das BVA. Somit stünden die in den HzV-Verträgen üblicherweise enthaltenen Chronikerpauschalen mit der Beschlusslage nicht in Einklang. Die Pauschalen sähen eine Vergütung für Hausärzte vor, die sich nach der Anzahl der dokumentierten Diagnosen bestimme. Dies sei zu beseitigen, da die vereinbarten Diagnosen in der Regel im Morbi-RSA relevant seien. Das BVA schlägt vor, die Vergütung für die Versorgung chronisch Kranker durch einen Chronikerbegriff zu regeln. Da kontaktunabhängige Pauschalen in diesen Fällen unzulässig seien, dürfe nur nach einem Patientenkontakt Geld fließen. Wie die Behörde mitteilte, verstoßen auch diagnosebezogene Zuschläge, die nicht an chronische Krankheiten anknüpfen, gegen die Gesetzeslage. Das BVA fordert, dass HzV-Verträge bis zum 31. August 2018 korrigiert werden. may

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema