ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2018Rauchverbot: Vorgetäuschte Arbeit
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„Irgendwas mit Kindern zieht immer“, müssen sich die Unions- und SPD-Abgeordneten gesagt haben, als sie die Idee eines Rauchverbots im Auto, wenn Kinder mitfahren, lancierten. Wie viele Leute tatsächlich „ordnungspolitische Vorgaben (brauchen), damit sie ihre eigenen Kinder schützen“, um nicht während der Fahrt zu rauchen, ist meines Erachtens unbekannt. Ich wage aber die Behauptung, dass es nur sehr wenige sein werden. Und wie will man das kontrollieren?

Statt parlamentarische Arbeit nur vorzutäuschen, könnten sich die Volksvertreter ja auch mal eines echten Problems annehmen, nämlich der Tatsache, dass Ärzte, die tage- und wochenweise Personallücken in Krankenhäusern füllen (und die, die sie dort beschäftigen wollen), auch 2018 immer noch mit der Rechtsunsicherheit der angeblichen „Scheinselbstständigkeit“ konfrontiert sind.

Natürlich ist die Intention sinnvoll, Mindestlohnempfänger im Paketdienst oder Ähnlichem nicht falsch als Selbstständige deklarieren zu lassen. Hochlohnempfänger wie Ärzte, die auch fest angestellt arbeiten könnten, aber freiwillig Honorarjobs machen, benötigen diesen Schutz nicht. Und dass es jetzt in selbst überschauten fast zehn Jahren keine einheitliche Regelung dieser Frage gibt, ist unseres Landes unwürdig.

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Dr. med. Daniel Weyandt, 10435 Berlin

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