ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2018Postmenopause: Vorteilhafte Fettdepots
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Der in einer USA-Studie mittels Ganzkörper-Dual-Röntgen-Absorptiometrie gemessene Körperfettanteil bei postmenopausalen Frauen zwischen 53 und 85 Jahren (n = 1 329) konnte kaum mit BMI- Grenzwerten in der Allgemeinbevölkerung verglichen werden.

Nimmt die Körperlänge einer Frau mit 170 cm/70 kg vor der Menopause bereits in den ersten Jahren postmenopausal um 5 cm ab durch Osteoporose, so steigt der BMI von 24,2 auf 25,7 an, trotz gleichbleibendem 70-kg-Körpergewicht. Via höherem BMI ist also nicht mehr Körperfettanteil ableitbar.

Dieser ist physiologisch ab der Menopause ansteigend, da kontinuierlich Muskel- in Fettzellen umgewandelt werden. Hinzu kommen andere Fetteinlagerungen. Das ist von Vorteil für das Aromatase-Enzym, das nur in ausreichend Fettdepots Testosteron in Östrogen metabolisieren kann. Letzteres ist klinisch vorteilhaft. So haben sehr schlanke Frauen nach der Menopause ein sehr hohes Osteoporoserisiko, aber auch mehr metabolische Probleme mit Gefäßrisiken.

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Dazu gibt es Erfahrungen aus der Onkologie mit Aromatase-Hemmern bei postmenopausalen Frauen. Darunter steigt das Diabetesrisiko bis um den Faktor 4 an. Das bestätigt, dass Aromatase wichtig ist zur Umwandlung von Testosteron in Östrogen, vorausgesetzt ausreichend Fettdepots sind dazu vorhanden.

Damit sollte allein vermehrter Körperfettanteil ab der Menopause nicht als pathologisch eingestuft werden.

Ergänzend der Hinweis, dass erhöhtes Testosteron postmenopausal metabolisch nachteilig ist. Das ist unter Aromatase- Hemmern beobachtbar: häufig ist androgenetische Alopezie mit vermehrt internistischen Risiken assoziiert.

Aromatase-Hemmer haben Risiken für Gehirnfunktionen. Für letztere sind Östrogene aus Testosteron via ausreichender Fettdepots für Aromatase ab der Menopause vorteilhaft. ...

Prof. Dr. med. Dipl. Psych. J. M. Wenderlein, 89075 Ulm

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