ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2018Zuckerstoffwechsel: Dick und abhängig
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Dass Zuckerkonsum mit gesundheitlichen Schäden einhergeht, ist keinesfalls eine neue Erkenntnis! Bereits John Yudkin, ein englischer Physiologe und Ernährungswissenschaftler, erkannte schon 1957 die Assoziation von Zuckerkonsum und koronaren Herzerkrankungen und veröffentlichte 1972 sein Buch „ Pure, White and Deadly“. Dieses Buch ist auch heute noch brandaktuell und erlebte durch seine Neuauflage von Prof. Dr. Robert Lustig 2012 eine Renaissance. Prof. Lustig ist ein angesehener Kinderarzt und Neuroendokrinologe an der Universität von Kalifornien, der in seiner 2013 publizierten Übersichtsarbeit eine eindeutige Korrelation zwischen Dauer sowie Menge des Zuckerkonsums und der Prävalenz des Typ-2-Diabetes nachweist.

Dass allein Zuckerkonsum und nicht nur Adipositas einen Risikofaktor darstellt, ist wichtig, da es auch schlanke, insulinresistente Patienten gibt. Der Ökotrophologe Nicolai Worm prägte den Begriff „TOFI“ (Thin outside fat inside) und warnt seit Längerem in seinen Büchern und Artikeln vor der nicht alkoholischen Fettleber auch bei schlanken Menschen. Ergänzt sei auch noch der Begriff der Glukotoxizität: Erhöhte Blutglukosekonzentrationen führen langfristig durch eine vermehrte Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen direkt zu einer Zerstörung der Betazellen. Lebensmittel mit einem hohen GI führen auch zu einer hohen Insulinausschüttung. Ein rascher Blutzuckerabfall ist die Folge, was wiederum ein erneutes Hungergefühl auslöst und so sitzt man in der Zucker-Insulinfalle.

Was leider in dem Artikel auch unerwähnt blieb, ist die Abhängigkeit vom Zucker. Dass Zucker im Gehirn wie eine Droge wirkt, konnte Bartley Hoebel im Tierexperiment längst nachweisen.

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Mein Fazit: Zucker macht uns nicht nur dick, sondern auch noch abhängig. Der Kampf gegen Zucker und vor allem die Aufklärung über die schädlichen Folgen sind dringend erforderlich!

Dr. med. Constanze Lohse, 22041 Hamburg

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