ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2018Zuckerstoffwechsel: Nicht nur verteufeln
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Unzweifelhaft ist es richtig und notwendig, im Kampf gegen die Adipositas zu einer Reduktionsstrategie des zu hohen Zuckerkonsums (vor allem im Getränkebereich) aufzurufen. Allerdings sollte dabei nicht unbeachtet bleiben, dass ein durchschnittlicher Erwachsener im Ruhezustand ca. 200 g Glukose täglich benötigt, von denen 75% (!) im Hirnstoffwechsel und ein großer Anteil der Restmenge von den Erythrozyten verbraucht werden – und dass beim Menschen alle drei Hauptnährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß ) über das Acetyl-Coenzym A verstoffwechselt werden. Es ist deshalb nicht richtig, lediglich den Zuckerkonsum in reißerischen Artikeln zu verteufeln, während der unverantwortlich hohe Fleischkonsum, der über die Gluconeogenese zur überhöhten Kalorienzufuhr ganz wesentlich beiträgt, mit keinem Wort erwähnt wird – einmal ganz abgesehen davon, dass der überhöhte Fleischkonsum mehr klimaschädliche Wirkungen zeitigt als der gesamte Verkehrssektor und dass die routinemäßig praktizierten Qualzuchten und Qualhaltungen in der Nutztierhaltung ethisch nicht zu verantworten sind.

Dr. med. Walter Neussel, 54516 Wittlich

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