ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2018Dermatosen: Neues Bewertungssystem für Acne inversa

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Dermatosen: Neues Bewertungssystem für Acne inversa

Dtsch Arztebl 2018; 115(23): A-1142 / B-960 / C-956

Gießelmann, Kathrin; EB

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Mit einem neuen Bewertungssystem können Ärzte künftig zwischen einfachen, mittelschweren und schweren Formen der Acne inversa unterscheiden. Mediziner um Prof. Dr. med. Falk Bechara von der dermatologischen Universitätsklinik im St.-Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum haben ihr System kürzlich in JAMA Dermatology vorgestellt (2018; doi: 10.1001/jamadermatol.2017.5890).

Das neue Bewertungssystem soll auch individuelle Patientendaten wie Schmerzen oder die Anzahl der Schübe berücksichtigen. Foto: mauritius images
Das neue Bewertungssystem soll auch individuelle Patientendaten wie Schmerzen oder die Anzahl der Schübe berücksichtigen. Foto: mauritius images

Bislang gab es keinen international anerkannten Score, mit dem sich die Schwere der Erkrankung beurteilen ließ. Bisherige Bewertungssysteme für Acne inversa, auch Hidradenitis Suppurativa genannt, hatten individuelle Patientendaten, wie etwa Schmerzen oder die Anzahl der Schübe, nicht berücksichtigt. Außerdem konnten die Systeme nicht flexibel für die Kontrolle des Therapieverlaufs eingesetzt werden. Diese Probleme soll das neue „Severity Assessment of Hidradenitis Suppurativa“ (SAHS) beheben.

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Die Mediziner testeten und validierten den Score an 355 Patienten. „Mit dem SAHS-Score steht nun erstmalig ein Bewertungssystem zur Verfügung, das sowohl die Entzündungsaktivität einfacher kalkulieren kann, als auch patientenorientierte Daten erfasst“, sagt Falk Bechara, Leitender Oberarzt der dermatologischen Klinik. Dies sei nicht nur für den klinischen Alltag entscheidend, sondern auch von großem Interesse für wissenschaftliche Studien.

Die Acne inversa, auch Hidradenitis suppurativa genannt, ist eine chronisch entzündliche und schubweise verlaufende Hauterkrankung und gehört zu den schwerwiegendsten dermatologischen Krankheitsbildern überhaupt. In Deutschland leidet etwa eine Million Menschen daran. Zu spät erkannt und nicht adäquat behandelt verschlechtert sich der Gesundheitszustand, bis die Krankheit oft in schweren irreversiblen Gewebeschäden endet. „Nur wenige dermatologische Erkrankungen sind so belastend für den Patienten und gleichzeitig so schwer zu therapieren“, erklärt Bechara. gie/EB

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