ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2018Zi-Umfrage: Jedes dritte MVZ fährt Verluste ein

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Zi-Umfrage: Jedes dritte MVZ fährt Verluste ein

Dtsch Arztebl 2018; 115(23): [4]

SG

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Im Jahr 2016 haben 32 Prozent aller Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) rote Zahlen geschrieben. Das betraf vor allem jene MVZ, die nicht von Vertragsärzten betrieben werden, sondern beispielsweise von Krankenhäusern oder Kommunen. Während 42 Prozent dieser MVZ Verluste einfuhren, waren es unter den von Vertragsärzten betriebenen MVZ nur 6 Prozent. Auch der Standort spielte eine Rolle. Gut lief es für MVZ in städtischen Regionen, wo 74 Prozent Gewinne erzielten. Das zumindest sind Ergebnisse einer Onlinebefragung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Foto: fotogestoeber/stock.adobe.com

Der Untersuchung zufolge gibt es in den MVZ meist fachübergreifende Versorgungsangebote. Im Schnitt weisen sie 3,6 Fachrichtungen oder Fachabteilungen auf. Hausärztlich tätige Abteilungen sind demnach am stärksten vertreten. Die von Krankenhäusern getragenen MVZ haben zudem oft die Gynäkologie (32 Prozent) im Portfolio, gefolgt von der Chirurgie (31 Prozent) und der Orthopädie (25 Prozent). In den von Vertragsärzten betriebenen MVZ finden sich die Psychotherapie (16 Prozent), die Chirurgie (15 Prozent) und die Anästhesie sowie die Orthopädie (je 13 Prozent). „Die Fachabteilungsstruktur in den nicht-vertragsärztlichen MVZ ist möglicherweise auf die zugehörige Klinik ausgerichtet“, sagte Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. Dafür würden die Krankenhausträger offenbar auch Verluste in Kauf nehmen.

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Auf die Frage nach den Motiven für die Gründung des Versorgungszentrums fand „die Position am ambulanten Markt erweitern“ mit 80 Prozent den größten Zuspruch, gefolgt von „Synergieeffekte nutzen“ (79 Prozent) und „Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“ (77 Prozent). Möglichkeiten Ärzte anzustellen und den Klinikstandort zu sichern waren weitere Gründe.

An der Umfrage des Zi in Kooperation mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Bundesverband MVZ nahmen 376 MVZ teil. 44 Prozent waren in der Trägerschaft von Kliniken, 28 Prozent wurden von Vertragsärzten geführt. Kombinationen gab es in 22 Prozent der Fälle. sg

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