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Dtsch Arztebl 2018; 115(23): A-1130

MW; RH; BF; JS

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Niedrigeres Hypoglykämierisiko unter Toujeo® – Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes können seit 3 Jahren mit Insulin glargin 300 Einheiten (E)/ml (Toujeo, Sanofi) behandelt werden. Das höher konzentrierte Insulin bildet im Vergleich zu Insulin glargin 100 E/ml (Lantus®, Sanofi) nach der subkutanen Injektion ein kompakteres Depot mit einer reduzierten Oberfläche. Daraus resultiert eine langsamere und länger anhaltende Insulinfreisetzung, ein stabiles Wirkprofil über mehr als 24 Stunden sowie eine geringe Variabilität.

Die veränderte Pharmakokinetik und -dynamik von Insulin glargin 300 E/ml im Vergleich zu Insulin glargin 100 E/ml übersetzt sich in klinische Vorteile: Die Anfang 2018 publizierte Metaanalyse der 1-Jahres-Daten der EDITION-Studien 1 bis 3 zeigte für Menschen mit Typ-2-Diabetes in verschiedenen Krankheitsstadien unter Insulin glargin 300 E/ml eine effektivere Senkung des HbA1c-Wertes, als unter Insulin glargin 100 E/ml (p = 0,0174). Darüber hinaus war die Behandlung mit Insulin glargin 300 E/ml (Woche 0–24) mit einer um 25 % niedrigeren Rate an nächtlichen bestätigten (≤ 70 mg/dl bzw. ≤ 3,9 mmol/l) oder schweren Unterzuckerungen assoziiert, als unter Insulin glargin 100 E/ml; das Risiko zu jeder Tageszeit war um 9 % geringer. Die Evidenz für das niedrigere Hypoglykämierisiko unter Insulin glargin 300 E/ml vs. andere Basalinsuline wird durch Real-World-Daten wie in der DELIVER-2-Studie erweitert. mw

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3 Jahre Diabetestherapie mit Insulin glargin 300 E/ml. Veranstalter: Sanofi

Faktor IX mit verlängerter Halbwertzeit – Zur Behandlung und Blutungsprophylaxe von Patienten mit Hämophilie B wurde der rekombinante Faktor IX Refixia® (Nonacog beta pegol) zugelassen. Die Glykopegylierung des Faktors hat eine 5-fach verlängerte Halbwertzeit gegenüber Standardpräparaten zur Folge. Mit einer einmal wöchentlichen Injektion werden mittlere Faktor-IX-Talspiegel von 27,3 % vor der nächsten Injektion erreicht. In den Phase-III-Studien paradigm™ 2 und 4 wurden 90 % und 100 % der Zielgelenke nicht länger als solche eingestuft (≤ 2 Blutungen pro Gelenk in 12 Monaten). Bei den Patienten, die eine Dosierung von 40 IE/kg 1-mal wöchentlich erhielten, entwickelten sich keine neuen Zielgelenke. Weiter kam es zu 0,00 median annualisierten Spontanblutungen.

In der Studie paradigm 3 wurde das hämostatische Ansprechen bei Operationen bewertet. Mit einer Dosis von 80 IE/kg konnte am Operationstag bei allen Patienten die Hämostase kontrolliert werden. Inhibitorische Faktor-IX-Antikörper wurden nicht entdeckt; thromboembolische Ereignisse traten nicht auf. Laut Professor Johannes Oldenburg, Bonn, ermöglicht die neue Therapie den Patienten eine verbesserte Gelenkgesundheit. rh

Neuer rekombinanter Gerinnungsfaktor IX Refixia® für Menschen mit Hämophilie B, Veranstalter: Novo Nordisk

IMAPCT-Studie untermauert Stellenwert der Triple-Therapie bei COPD – Mit der aktuellen Veröffentlichung der IMPACT-Studie im New England Journal of Medicine (Lipson DA et al. N Engl J Med 2018; 378: 1671–80.) liegen weitere überzeugende Daten für den Einsatz der ersten 1-mal täglichen Dreifachfixkombination Trelegy Ellipta (Fluticasonfuroat [FF]/Umeclidinium [UMEC]/Vilanterol [VI]) bei Patienten mit moderater bis schwerer COPD vor. IMPACT vergleicht bei über 10 000 Patienten mit symptomatischer COPD, die in den letzten 12 Monaten mindestens eine Exazerbation durchgemacht haben, die ICS/LAMA/LABA-Dreifachfixombination mit den dualen Fixkombinationen ICS/LABA (FF/VI, Relvar Ellipta) und LAMA/LABA (UMEC/VI; Anoro Ellipta), und zwar in der gleichen Dosierung und mit dem gleichen Inhalator. FF/UMEC/VI war beiden Zweifachfixkombinationen in den jährlichen Raten moderater/schwerer Exazerbationen (co-primärer Endpunkt), Lungenfunktion und Lebensqualität überlegen. So wurde eine Reduktion der Exazerbationsraten von 15 % gegenüber FF/VI und von 25 % gegenüber UMEC/VI erreicht (jährliche Rate: 0,91 vs. 1,07 vs. 1,21). In den beiden ICS-haltigen Armen konnte zudem eine signifikante Reduktion des Risikos der Gesamtmortalität während der Behandlungszeit beobachtet werden. bf

IMPACT: Meilenstein-Studie in der COPD-Therapie, Veranstalter: GSK

Palexia® ermöglicht schmerzarme Therapie bei Älteren – Ziele der Behandlung von Schmerzen im Bewegungsapparat älterer Patienten sind die schnelle Schmerzbefreiung oder -linderung bei geringen Nebenwirkungen, um den Patienten rasch wieder zu mobilisieren. Dadurch verringere sich laut Dr. Klaus Nagelschmidt, Stolberg, insbesondere auch das Risiko für eine Chronifizierung von Schmerz. Viele Analgetika wie NSAR oder schwache Opioide wirken bei starken chronischen Schmerzen häufig unzureichend oder müssen hoch dosiert werden, erklärte Nagelschmidt. Erschwerend komme hinzu, dass die Ursache des Schmerzes und die Unterscheidung zwischen nozizeptivem und neuropathischem Schmerz bei älteren Patienten mit schweren chronischen Rückenschmerzen oft unklar ist. Eine sinnvolle Alternative bietet der µ-Opioid-Rezeptor-Agonist (MOR) und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NRI) Tapentadol (Palexia retard), der sowohl bei nozizeptiven als auch bei neuropathischen und gemischten Schmerzen schnell wirksam und gut verträglich ist. Das Obstipationsrisiko unter Tapentadol ist etwa 5-fach niedriger als unter Morphin oder Oxycodon/Naloxon. Zudem ist das Interaktionspotenzial gering. Weltweit erhalten bereits 6 Millionen Patienten Tapentadol. js

Erfolgreiche Therapie chronischer Rückenschmerzen in Klinik und Praxis mit Palexia, Veranstalter: Grünenthal

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