ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2018Offene Sprechzeiten: Gegen diesen Wahnsinn wehren
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Die Vorschläge des neuen Gesundheitsministers lassen mir die Haare zu Berge stehen und es fällt schwer zu glauben, dass er weiß, wie das Gesundheitssystem in den ambulanten Praxen tickt. Die durchschnittliche Arbeitszeit liegt bei mehr als 50h/Woche, deshalb werden weder Terminservicsstellen noch freie Sprechstunden zu einem besseren Zugang der Bevölkerung zu Arztterminen führen. Dieser Zugang gehört im Übrigen zu den Besten in Europa.

Diese für die Patienten gute Situation liegt daran, dass viele von uns 10h und mehr/Tag arbeiten und zudem bereit sind, sich nicht alle Leistungen bezahlen zu lassen (Budgetierung), selbst wenn die Krankenkassen auf Milliardenüberschüssen sitzen. Jeder Arzt kann nur eine bestimmte Anzahl von Patienten verantwortungsvoll versorgen. Diese Grenze ist für die meisten von uns erreicht oder überschritten! Weder können wir es uns leisten, Termine ungenutzt zu lassen (bei schönem Wetter kommen vielleicht nur 5 Patienten) noch ist es möglich 10 neue Patienten/Woche in eine übervolle Praxis zu integrieren. Ich rufe deshalb alle Ärzte, Berufsverbände usw. dazu auf, sich gegen diesen Wahnsinn zu wehren, bevor er eine unabänderliche Tatsache darstellt!

Dr. med. Uta Köbler, 78224 Singen

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