ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2018Kulturkalender: Ansichten des Menschen

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Kulturkalender: Ansichten des Menschen

PP 17, Ausgabe Juni 2018, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Frankfurt/Main

Bis 12. August:

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Gesichter

Frank Auerbach, courtesy Marlborough Fine Art; Foto: Städel Museum
Frank Auerbach, courtesy Marlborough Fine Art; Foto: Städel Museum

Sie haben öfters dieselben Menschen gezeichnet und gemalt und sich immer wieder gegenseitig porträtiert: Lucian Freud (1922–2011) und Frank Auerbach (geb. 1931). Außer einer jahrzehntelangen Freundschaft und der Erfahrung der Flucht aus Nazi-Deutschland als Söhne jüdischer Familien verband die große Wertschätzung für die Kunst des jeweils anderen die beiden in England lebenden Künstler. Was sie über das Gegenüber, sich selbst und die Welt zu erfahren suchten, illustrieren 40 grafische Meisterwerke, darunter eine Radierung Auerbachs von „Lucian Freud“ aus dem Jahre 1981 (Bild).

Städel Museum, Schaumainkai 63,
Di./Mi./Sa./So. 10–18, Do./Fr. 10–21 Uhr

KÖLN

15. Juni bis 9. September:

Rubens, Jordaens & Co.

Hochkarätige Zeichnungen flämischer Meister des 17. und 18. Jahrhunderts – von der spontanen Skizze bis zur minutiösen Detail- oder Porträtstudie – präsentiert diesen Sommer das Wallraf-Richartz-Museum. Die Arbeiten von Jacob Jordaens, Peter Paul Rubens, Gerard Seghers, David Teniers und Caspar de Crayer stehen oft in enger Beziehung zu ihren Gemälden und verraten viel über den kreativen Schaffensprozess der Künstler.

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, Di.–So. 10–18,
1. und 3. Do. im Monat 10–22 Uhr

Leipzig

Bis 19. August:

Arno Rink. Ich male!

Renommierte Maler wie Tilo Baumgärtel und Neo Rauch sind bei ihm an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst in die Lehre gegangen und er war selbst ein Künstler mit einer fulminanten Handschrift – Arno Rink, dem seine Heimatstadt ein Jahr nach seinem Tod mit 65 Gemälden, zahlreichen Zeichnungen sowie biografischen Dokumenten eine erste umfassende Retrospektive widmet. Es ist eine sehr persönliche Schau: Neben Rinks Werk, das um Ansichten und Wahrnehmungen des Menschen zentriert ist, richtet sie den Blick auch auf sein von politischen Umbrüchen und innerer Zerrissenheit geprägtes Leben.

Museum der Bildenden Künste, Katharinenstr. 10, Di./Do.–So. 10–18, Mi. 12–20 Uhr

OLDENBURG

Bis 19. August:

Exotische Pflanzen

Für die beiden Expressionisten Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff waren Blumen und insbesondere Pflanzen aus fernen, exotischen Ländern eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Rund 80 Aquarelle und Ölbilder erzählen von der Faszination der beiden Künstler für Kolorit und Formenvielfalt der Natur. Während für Nolde die Farbenpracht im Vordergrund stand, legte Schmidt-Rottluff den Fokus auf die Form der Pflanzen, die er mit markanten Linien abbildete.

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Elisabethstr. 1, Di.–So. 10–18 Uhr

Wolfsburg

Bis 7. Oktober:

Facing India

Sechs Gegenwartskünstlerinnen aus Indien bringen in ihren Werken zum Ausdruck, wie sich die Geschichte ihres Landes, die patriarchalische indische Gesellschaft, die Zersplitterung in unzählige Ethnien, Sprachen, Kasten und Religionen sowie die rasante urbane Entwicklung aus dem weiblichen Blickwinkel darstellen. Vibha Galhotra, Prajakta Potnis, Reena Saini Kallat, Bharti Kher, Mithu Sen und Tejal Shah bespielen sechs separate Räume, die Einblicke in ihre jeweilige künstlerische Position ermöglichen.

Kunstmuseum, Hollerplatz 1,
Di.–So. 11–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Von des Fleisches Lust und Unlust

Foto: Tom Mannion
Foto: Tom Mannion

Nachwuchswissenschaftler der zwölf Staatlichen Berliner Museen untersuchen im Alten Museum anhand von Kunst- und Kulturobjekten das Jahrtausende alte Verhältnis des Menschen zum Fleisch – als begehrte oder strikt abgelehnte Nahrung, als Kult in Form von religiösen Speisevorschriften und Opferritualen sowie als konstituierendes und vergängliches Element des menschlichen Körpers. Ebenfalls in Berlin antizipiert „Food Revolution 5.0.“ unsere Ernährung der Zukunft (Bild:
Hanan Alkouh, Sea-Meat Seeweed, 2016)
. Gegliedert in die vier Themenräume Küche, Farm, Markt und Tisch werden innovative Modelle vorgestellt, die unsere Essgewohnheiten und unser Nahrungssystem hinterfragen.

„Fleisch“, Altes Museum, Am Lustgarten 1, Berlin, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr (bis 31. August);
„Food Revolution 5.0“, Kunstgewerbemuseum, Matthäikirchplatz, Berlin, Di.–Fr. 10–18, Sa. und So. 11–18 Uhr (bis 30. September).

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