Supplement: Praxis Computer

3-D-Simulation des Geburtsvorgangs

Dtsch Arztebl 1999; 96(45): [50]

EB

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LNSLNS Eine Software, die die Prognose geburtsmechanischer Problemsituationen in guter Qualität ermöglicht, hat die Softwarefirma Creaso, Gilchingen, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Arthur Wischnik, Frauenklinik Augsburg, entwickelt. Mit dem auf CD-ROM erhältlichen Programm "Anapelvis"
lässt sich der individuelle Geburtskanal auf jedem heute gängigen Rechner der Pentium-Klasse dreidimensional rekonstruieren. Trotz hoher Komplexität verlangen Eingabe- und Analysefunktionen vom Anwender lediglich PC-Basiskenntnisse. Die auch dem Laien verständliche Simulation basiert auf den Beckenmaßen der Mutter unter Einbeziehung der Weichteilverhältnisse sowie den fetometrischen Daten des Kindes. Dabei werden dynamische Einflüsse berücksichtigt: bei der Mutter Verformung und gelenkige Bewegungsprozesse, beim Kind vor allem die Konfigurationsreserven (Verformungsreserven). Bisher konnten diese Einflussgrößen nur in aufwendigen Simulationsuntersuchungen und mit hoher Rechnerleistung dargestellt werden. Die animierte Darstellung der absehbaren Geburt zeigt schematisch das Köpfchen des Kindes bei der Passage des Geburtskanals in seinen typischen Flexions-, Deflexions- und Rotationsbewegungen. Hierbei werden Arzt und Patientin mögliche Missverhältnisse dargestellt: In der Simulation läuft die Bewegung des Kinderkopfs automatisch ab. Er leuchtet dabei in einer der drei Ampelfarben: grün, wenn er ohne Beanspruchung der Konfigurationsreserve durch den Gebärkanal gelangt, gelb, wenn diese in Anspruch genommen werden muss, und rot, wenn die Konfigurationsreserven überschritten sind. In diesem Fall kann der Geburtshelfer der Schwangeren mit einem hohen Maß an Sicherheit zur Sectio caesarea raten.
Die Simulationssoftware erleichtert dem Arzt die Aufklärung der Patientin und dieser die Entscheidung der Geburtsplanung. Im Fall einer Schnittentbindung erhält der Arzt, der nicht mehr auf die Auswertung abstrakter Datensätze angewiesen ist, ausreichende Planungssicherheit. Die Schwangere kann mit einer stressfreien Geburt rechnen. Das Risiko von Komplikationen während der Geburt und von Folgeschäden wird gemindert.
Anapelvis wurde bisher bei 150 Schwangeren angewandt. In 88 Fällen bestätigte sich der Verdacht des Arztes auf ein Missverhältnis von Größe des Kinderkopfes und Geburtskanal - er riet zur Sectio caesarea. Die übrigen Patientinnen, bei denen ein Missverhältnis zu vermuten war, hatten nach der 3-D-Simulation vaginale Geburten. Interessierten Praxisärzten und Krankenhäusern wird das Programm zu Testzwecken kostenfrei für 30 Tage zur Verfügung gestellt. EB


Informationen: Creaso GmbH, Talhofstraße 30, 82205 Gilching, Tel 0 81 05/2 50 55, www.creaso.com

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