ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2018Randnotiz: Geld gegen Zigarette

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Randnotiz: Geld gegen Zigarette

Dtsch Arztebl 2018; 115(24): A-1149 / B-967 / C-963

Maybaum, Thorsten

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Wer „Rauchen“ und „Schwangerschaft“ in die Googlesuche eingibt, erhält 4,93 Millionen Treffer. Fast alle vorne gelisteten Beiträge befassen sich mit Schäden, die ungeborene Kinder durch das Rauchen der Mütter erleiden. Dennoch gibt es in Deutschland immer noch zahlreiche Raucherinnen, die den Griff zur Zigarette auch bei einer Schwangerschaft nicht lassen können (oder wollen). Das Robert Koch-Institut gibt die Zahl der Mütter, die in der Schwangerschaft rauchen, in der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS, Welle 2) mit 10,9 Prozent an (http://daebl.de/YW66). Ein kleiner Erfolg, lag die Quote doch zuvor bei 19,9 Prozent (Basiserhebung). Das zeigt, dass Informationen und Warnungen zwar wirken, aber noch immer bei zu vielen Frauen nicht ankommen. Das Vivantes-Klinikum Neukölln geht jetzt einen neuen Weg. Zum 1. Juni ist dort eine Pilotstudie gestartet, die rauchenden Schwangeren finanzielle Anreize und psychologische Unterstützung als Gegenleistung für den Verzicht auf die Glimmstängel anbietet. 20 Schwangerschaftswochen lang sollen die werdenden Mütter regelmäßig ihre Ausatemluft testen lassen und an einer Befragung teilnehmen. Nur wer rauchfrei sei, bekomme wöchentlich 25 Euro oder eine andere Belohnung, hieß es vom Klinikum. Eine weitere Gruppe soll kein Geld erhalten, sondern nur eine psychologische Beratung. Das Klinikum verwies auf vergleichbare Untersuchungen im englischsprachigen Raum, bei denen gute Erfolge mit der materiellen Belohnung von Rauchstopp bei Schwangeren erzielt worden seien. In Deutschland ist es demzufolge die erste Studie.

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