ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2018Tuberculosis cutis luposa (Lupus vulgaris)

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Tuberculosis cutis luposa (Lupus vulgaris)

Tuberculosis cutis luposa (lupus vulgaris)

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(25): 428; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0428a

Leo, Fabian; Grohé, Christian; Tronnier, Michael

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Tuberculosis cutis luposa (Lupus vulgaris)
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Tuberculosis cutis luposa (Lupus vulgaris)

Ein 83-jähriger Patient litt seit Monaten unter Leistungsminderung, Gewichtsverlust und Fieberschüben. Am rechten Oberarm bestand ein schmerzhaftes, irregulär begrenztes, teils induriertes und squamöses Erythem. Die Hautbiopsie erbrachte den histopathologischen Nachweis einer granulomatösen Entzündung mit fokalen Nekrosen, eine Mykobakteriose war mikroskopisch (Ziehl-Neelsen-Färbung) und molekularbiologisch zunächst nicht nachweisbar. In Anbetracht einer drei Jahre zuvor durchgemachten Lymphknotentuberkulose wurde dennoch eine antituberkulöse Standardtherapie eingeleitet. Innerhalb einer Woche besserten sich die Haut- und Allgemeinsymptome, nach vier Wochen konnte durch Wachstum von Mycobacterium tuberculosis in der Flüssigkultur die Diagnose bestätigt werden. Der Lupus vulgaris ist die häufigste Form der in Niedriginzidenzländern seltenen Hauttuberkulose und resultiert aus einer postprimären, hämatogenen Aussaat der Mykobakterien. Die meist nichtkontagiösen Hautveränderungen können als Sekundäreffloreszenzen eine psoriasiforme Schuppung aufweisen (Lupus vulgaris exfoliativus). Die Therapie entspricht der Behandlung der pulmonalen Tuberkulose und besteht bei fehlenden Resistenzen aus Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol (2 Monate) gefolgt von Isoniazid und Rifampicin (4 Monate).

Dr. med. Fabian Leo, Prof. Dr. med. Christian Grohé, Evangelische Lungenklinik Berlin, Klinik für Pneumologie, Berlin, Fabian.Leo@elk-berlin.de

Prof. Dr. med. Michael Tronnier, Helios Klinikum Hildesheim, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Leo F, Tronnier M, Grohé C: Tuberculosis cutis luposa (lupus vulgaris). Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 428.
DOI: 10.3238/arztebl.2018.0428a

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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