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Dtsch Arztebl 2018; 115(25): A-1226

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Medikationsfehler bei Lynparza® (Olaparib) – Olaparibhaltige Kapseln und Tabletten (AstraZeneca) dürfen aufgrund der unterschiedlichen Dosierung und Bioverfügbarkeit weder 1:1 noch auf Milligrammbasis ausgetauscht werden. Olaparib-Tabletten sind als Monotherapie zugelassen für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit platinsensitivem Rezidiv eines highgrade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die auf eine platinbasierte Chemotherapie ansprechen. Als Kapseln ist Olaparib zugelassen als Monotherapie für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit platinsensitivem Rezidiv eines BRCA-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch) highgrade serösen epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die auf eine platinbasierte Chemotherapie ansprechen.

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Die beiden Darreichungsformen dürfen nicht Milligramm per Milligramm ausgetauscht werden. Es besteht das Risiko einer Überdosierung beziehungsweise einer mangelnden Wirksamkeit.

  • Ärzte sollten bei der Verschreibung die Darreichungsform und die Dosierung genau festlegen. Apotheker sollten sicherstellen, dass die korrekte Darreichungsform und Dosierung abgegeben wird.
  • Die Patientinnen sollten über die richtige Dosierung aufgeklärt werden. Bei Umstellung der Darreichungsform sollte den Patientinnen erklärt werden, wie sich die Dosierungen in Milligramm unterscheiden.

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 24–2018

Chargenrückruf bei Bayotensin® akut 5 mg/1 ml (Nitrendipin) – Aktuell wurde festgestellt, dass sich vereinzelt Phiolen von Bayotensin® akut 5 mg/1 ml, Lösung zum Einnehmen (Nitrendipin, Bayer) nicht ohne Hilfsmittel (z. B. Schere) öffnen lassen. Da dadurch eine Therapieverzögerung und somit Patientengefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, werden vorsorglich die folgenden Chargen zurückgerufen:

  • Bayotensin® akut 5 mg/1 ml Charge KP0CCDF, Verfall 06/2020
  • Bayotensin® akut 5 mg/1 ml Charge KP0CBK2, Verfall 06/2020
  • Bayotensin® akut 5 mg/1 ml Charge KP0CN52, Verfall 11/2020
  • Bayotensin® akut 5 mg/1 ml Charge KP0CBC5, Verfall 06/2020

Das Arzneimittel wird voraussichtlich in Kürze bis Ende August nicht lieferbar sein. Ärzte werden gebeten, Patienten, denen Bayotensin® akut 5 mg/1 ml zur Selbstmedikation verordnet wurde, darüber zu informieren und sie auf eine alternative Behandlung umzustellen.

Nitrendipin ist zugelassen zur Behandlung des hypertensiven Notfalls. Es wird in Phiolen mit einem speziellen Öffnungsmechanismus zur Verfügung gestellt.

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 29–2018

Neuralrohrdefekte bei Neugeborenen, deren Mütter Dolutegravir eingenommen hatten – ViiV Healthcare informiert über Neuralrohrdefekte bei Neugeborenen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Konzeption Dolutegravir (Tivicay® [Dolutegravir], Triumeq® [Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin], Juluca® [Dolutegravir/Rilpivirin]) eingenommen hatten. Neuralrohrdefekte treten bei unvollständigem Verschluss des Neuralrohrs auf (zwischen Tag 0 und 28 nach Konzeption) und haben zur Folge, dass sich Rückenmark, Gehirn und verwandte Strukturen nicht richtig ausbilden.

Dolutegravir hemmt die HIV-Integrase und wird in verschiedenen Kombinationen angewendet. In einer laufenden Anwendungsbeobachtung gab es 4 Fälle von Neuralrohrdefekten in einer Gruppe von 426 Neugeborenen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Konzeption eine dolutegravirhaltige antiretrovirale Therapie eingenommen hatten. Die Inzidenz liegt damit bei 0,9 % vs. 0,1 % Hintergrundinzidenz bei Neugeborenen, deren Mütter andere antiretrovirale Medikamente eingenommen hatten. Während der Auswertung der Daten wird Folgendes empfohlen:

  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter einen Schwangerschaftstest durchführen und eine Schwangerschaft ausschließen.
  • Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der gesamten Behandlung mit Dolutegravir eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.
  • Bei Frauen, die versuchen schwanger zu werden, sollte Dolutegravir vermieden werden.
  • Wenn eine Frau während der Behandlung mit Dolutegravir schwanger wird und die Schwangerschaft im ersten Trimester festgestellt wird, wird der Wechsel auf eine alternative Behandlung empfohlen.

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 25–2018

Medikamentöse Adipositas-Therapie – Real-World-Daten mit dem GLP-1-Agonisten Liraglutid (Saxenda®, Novo Nordisk) wurden auf dem Europäischen Adipositas-Kongress in Wien vorgestellt. In der kanadischen Studie haben es 35 % der Patienten für mindestens 6 Monate geschafft, um ≥ 10 % an Gewicht abzunehmen (Wharton et al.: Obes Fact 2018; 11 [suppl 1]: 335 [# T4PBL2]). „Das ist mehr als doppelt so viel, wie wir dies in klinischen Studien gesehen haben“, so Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Leiter der AdipositasAmbulanz der Uniklinik Leipzig. Mit dem neuen GLP-1-Agonisten Semaglutid – bisher nur zur Diabetestherapie zugelassen – kommt man noch ein Stück weiter, wie aktuelle Daten zeigen (Wilding et al.: Obes Fact 2018; 11 [suppl 1]: 280–281 [# T4P118]). Mit 0,4 mg Semaglutid verloren 74 % der Patienten ≥ 10 % an Gewicht, 35 % sogar ≥ 20 %. In der Forschung arbeitet man bereits mit Hormonagonisten, die an mehreren Stellschrauben ansetzen, wie zum Beispiel mit GLP-1/Glucagon-Agonisten oder auch GLP-1/GIP/Glukagon-Agonisten. bis

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