ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2018Randnotiz: Die Industrie wird es richten

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Randnotiz: Die Industrie wird es richten

Dtsch Arztebl 2018; 115(25): A-1195 / B-1005 / C-1001

Maybaum, Thorsten

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Verbote oder keine Verbote? Strenge Regularien oder Selbstverpflichtung der Industrie? Diese Frage stellt sich in Sachen Ernährung immer häufiger. Zuletzt bei der Zuckersteuer, jetzt auch bei stark koffeinhaltigen Energydrinks. Bei der Steuer auf Zucker sind die Positionen klar: Während Ärzte dafür sind und die SPD sich dafür erwärmen kann, blockt die Union, allen voran Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CSU), ab. Sie setzt auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie. Und bei Energydrinks? Ein ähnliches Bild. Der Vorschlag, den Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche zu verbieten und eine Altersbeschränkung einzuführen, kam von der SPD-Abgeordneten Ursula Schulte. Unterstützung erhielt sie unter anderem vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Jugendliche nehmen durch Energydrinks gefährliche hohe Mengen an Koffein zu sich“, sagte BVKJ-Sprecher Josef Kahl. Gefährlich sei, dass viele die Getränke in großen Mengen und schnell hintereinander konsumierten. „Wissenschaftliche Studien empfehlen als Höchstdosis auch für Kinder und Jugendliche drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht. Oberhalb dieser Grenze treten häufig Herzrasen, Bluthochdruck und Übelkeit auf“, erläuterte Kahl. Ein Teenager mit 50 Kilogramm Körpergewicht überschreite mit zwei kleinen Dosen eines Energydrinks die Grenze. Die Reaktion der Union: Verbote seien keine Antwort, Aktionismus helfe niemandem. „Was käme dann als nächstes? Kaffee, Cola, Burger oder Chips?“, fragte Unionsfraktionsvize Gitta Connemann (CDU). Mit der Union bleibt in Sachen Ernährung alles wie gehabt.

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