ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2018Positive Auswirkungen des Stillens
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Die Häufigkeit von Adipositas nahm und nimmt in Deutschland weiter zu. Deshalb ist das Thema bezüglich der Betreuung in der Schwangerschaft sehr wichtig. Die Autoren schreiben, dass Interventionen wenig bringen und deshalb präventive Maßnahmen zunehmend bedeutsamer werden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass nicht nur die Schwangerschaft betrachtet wird, sondern auch die Geburt und infolge das Stillen.

Für Mütter gibt es langfristige positive Auswirkungen: Zum einen führt eine Stilldauer von mehr als drei Monaten bei Müttern zu langfristigen Veränderungen des Stoffwechsels und beugt Diabetes mellitus Typ 2 vor. Zum anderen ist Stillen für die Mutter auch eine Prävention bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Beide Punkte sind wichtige Ansätze, gerade für adipöse Frauen, denn diese entwickeln in der Schwangerschaft häufig einen Gestationsdiabetes (13).

Wie die Autoren beschreiben (4), gibt es auch Auswirkungen auf die Neugeborenen übergewichtiger Mütter. Es besteht postnatal ein erhöhtes Risiko für eine Hypoglykämie. Eine frühe Kolostrumgabe 30 Minuten post partum noch im Kreißsaal ist die beste Prävention (AWMF-Leitlinie: Betreuung von Neugeborenen diabetischer Mütter).

Kaum eine primäre Prävention hat den Erfolg, wie die Muttermilchernährung für die Kinder bezüglich späterem Übergewicht.

Da die Laktogenese Phase II bei adipösen Frauen erschwert ist, diese Frauen weniger häufig stillen und die Stilldauer verkürzt ist, sollte das Thema „Stillen“ schon in der Schwangerschaft mit den Frauen besprochen werden. Gynäkologen haben dabei eine entscheidende Rolle. Der Hinweis, sich vorab bei einer der Still- und Laktationsberaterinnen des Berufsverbands Deutscher Laktationsberaterinnen (IBCLC) zu einer Beratung zu melden, kann eine gute Unterstützung in der Gesund­heits­förder­ung für Mutter und Kind sein.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0453a

Gudrun von der Ohe

Ärztin und Still- und Laktoseberaterin

Hamburg

postfach@stillberatung.info

Interessenkonflikt

Die Autorin ist Mitarbeiterin im Europäischen Institut für Stillen und Laktation (www.stillen-institut.com) und Gutachterin des Vereins „Babyfreundlich“ (www.babyfreundlich.org).

1.
Much D, Beyerlein A, Kindt A, et al.: Lactation is associated with altered metabolomic signatures in women with gestational diabetes. Diabetologia 2016; 59: 2193–202 CrossRef MEDLINE
2.
WHO (eds.): Impact of breastfeeding on maternal and child health. Acta paediatrica 2015; 104 (Issue Supplement S46): 1–134. https://onlinelibrary.wiley.com/toc/16512227/104/S467 (last accessed on 14 June 2018)
3.
Hansen K: Breastfeeding: a smart investment in people and in economies. The Lancet 2016; 387: 10017 CrossRef
4.
Stubert J, Reister F, Hartmann S, Janni W: The risks associated with obesity in pregnancy. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 276–83 VOLLTEXT
1.Much D, Beyerlein A, Kindt A, et al.: Lactation is associated with altered metabolomic signatures in women with gestational diabetes. Diabetologia 2016; 59: 2193–202 CrossRef MEDLINE
2.WHO (eds.): Impact of breastfeeding on maternal and child health. Acta paediatrica 2015; 104 (Issue Supplement S46): 1–134. https://onlinelibrary.wiley.com/toc/16512227/104/S467 (last accessed on 14 June 2018)
3.Hansen K: Breastfeeding: a smart investment in people and in economies. The Lancet 2016; 387: 10017 CrossRef
4.Stubert J, Reister F, Hartmann S, Janni W: The risks associated with obesity in pregnancy. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 276–83 VOLLTEXT

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