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Dtsch Arztebl 2018; 115(26): A-1273

EB; DJB

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Risiko schwerwiegender neurologischer Nebenwirkungen unter Maxipime® (Cefepim) – Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≤ 50 ml/min) besteht das Risiko schwerwiegender neurologischer Nebenwirkungen einschließlich Enzephalopathie unter der Behandlung mit dem Betalaktamantibiotikum Cefepim. Es wird fast ausschließlich über die Niere ausgeschieden. Die meisten Fälle traten bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion auf, die Cefepim in einer höheren als der empfohlenen Dosierung erhielten. Betroffen waren insbesondere ältere Patienten. Nach Absetzen und/oder Hämodialyse sind die Symptome im Allgemeinen reversibel, es gibt aber Berichte von Todesfällen. Cefepim wird parenteral angewendet zur Behandlung bakterieller Infektionen, die durch cefepimempfindliche Erreger hervorgerufen werden.

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  • Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≤ 50 ml/min) muss eine Dosisanpassung erfolgen.
  • Bei Kombination mit potenziell nephrotoxischen Antibiotika (wie Aminoglykosiden) oder stark wirksamen Diuretika muss die Nierenfunktion sorgfältig überwacht werden.
  • Bei Neuauftreten oder Verschlechterung von neurologischen Beeinträchtigungen muss eine Cefepimüberdosierung in Betracht gezogen werden. Die Diagnose kann durch Bestimmung der Konzentration von Cefepim im Plasma bestätigt werden. EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen
Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 30–2018

Zulassung für Juluca® zur Behandlung von HIV – Dolutegravir 50 mg/Rilpivirin 25 mg (Juluca, ViiV Healthcare) erhält die Virussuppression mit 2 Substanzen bei für mindestens 6 Monate stabil supprimierten Patienten im kleinsten verfügbaren Onepill-Regime aufrecht.

Dolutegravir/Rilpivirin ist zugelassen für die Behandlung einer HIV-1-Infektion bei Erwachsenen, die virologisch supprimiert (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) und seit mindestens 6 Monaten auf einer stabilen antiretroviralen Therapie eingestellt sind und in der Vergangenheit kein virologisches Versagen und keine bekannten oder vermuteten Resistenzen gegen nichtnukleosidale Reverse-Transkriptase- oder Integrase-Hemmer aufwiesen.

Daten der SWORD-Studien zeigen, dass die Therapie mit Dolutegravir und Rilpivirin bei der Aufrechterhaltung der Virussuppression (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) bei HIV-1-infizierten Erwachsenen gegenüber der Fortführung einer traditionellen 3- oder 4-fach-Therapie für einen Zeitraum von 48 Wochen nicht unterlegen ist.

Die häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse (> 5 %) im Dolutegravir und Rilpivirin-Arm waren Nasopharyngitis, Kopfschmerzen, Durchfall und Infektionen der oberen Atemwege. Majore resistenzassoziierte Mutationen gegenüber Inhibitoren von Integrase, Protease oder Reverser Transkriptase lagen nicht vor. EB

Quelle: Pressemitteilung ViiV Healthcare

Stapressial® verbessert als Singel Pill die Therapieadhärenz – Hochrisikopatienten mit stabiler KHK und/oder Hypertonie in Verbindung mit einer Fettstoffwechselstörung benötigen zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse oftmals neben Blutdrucksenkern auch ein Statin. Neben der positiven Wirkung auf den Fettstoffwechsel trägt das Statin durch seine antiatherosklerotischen Eigenschaften zur Risikoreduktion bei.

Mit der Kombination aus Atorvastatin, Perindopril, Amlodipin in einer Single Pill (Stapressial, UCB Pharma) gibt es nun eine patientengerechte Therapieoption zum Management des kardiovaskulären Gesamtrisikos. Diese Kombination wird auf Substanzklassenebene bei chronischer KHK von den Leitlinien empfohlen, oft aber nicht zusammen verordnet. Und wenn doch, muss der Patient mindestens 3 oder sogar deutlich mehr Tabletten und – je nach Kombination – zu unterschiedlichen Tageszeiten einnehmen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für eine mangelnde Adhärenz stark an. Mit Stapressial ist bei diesen Patienten jetzt eine evidenzbasierte, hohe Risikoreduktion möglich.

Stapressial wird angewendet zur Behandlung der essenziellen Hypertonie und/oder der stabilen koronaren Herzerkrankung in Verbindung mit einer primären Hypercholesterinämie oder einer gemischten Hyperlipidämie. Es eignet sich bei erwachsenen Patienten als Substitutionstherapie bei guter Dosiseinstellung unter gleichzeitiger Gabe von Atorvastatin, Perindopril und Amlodipin. EB

Quelle: Pressemitteilung UCB Pharma

Tiotropium für Kinder mit schwerem Asthma zugelassen – Etwa 700 000 Kinder leiden hierzulande unter Asthma. Unabhängig vom Alter ist jeder zweite Asthmapatient unkontrolliert, das heißt, er hat trotz Behandlung weiterhin Symptome, die das tägliche Leben, den Schlaf, Schule, Ausbildung und Beruf sowie das Sozialleben erheblich beeinträchtigen können.

Aufgrund einer Zulassungserweiterung steht der langwirksame Muskarin-Antagonist (LAMA) Tiotropium (Spiriva® Respimat®, Boehringer Ingelheim) jetzt auch als Dauerzusatztherapie bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren mit schwerem Asthma zur Verfügung. Der LAMA ergänzt mit seinem differenten Therapieprinzip wirkungsvoll die Standardtherapie (meist ICS/LABA), verbessert Lungenfunktion sowie Symptomkontrolle und reduziert das Risiko für Asthma-exazerbationen. Das Sicherheitsprofil ist vergleichbar mit dem von Placebo.

Vorteilhaft ist die Applikation von Tiotropium via Respimat, dem einzigen Inhalator, der aktiv eine langanhaltende feine Sprühwolke erzeugt. Der Sprühstoß erfordert lediglich eine minimale Atemzugkraft, und auch Kinder können damit erfolgreich inhalieren. djb

Neues in der Asthma-Therapie bei Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen,
Veranstalter: Boehringer Ingelheim

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