ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2018Umfrage: Work-Life-Balance wichtiger als hohes Gehalt

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Umfrage: Work-Life-Balance wichtiger als hohes Gehalt

Dtsch Arztebl 2018; 115(26): [4]

SG

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Foto: Boarding1Now/iStockphoto
Foto: Boarding1Now/iStockphoto

Die meisten Oberärzte an deutschen Universitätskliniken nehmen ihre aktuelle Position als attraktive Karrierestufe wahr. Weniger reizvoll erscheinen ihnen eine Niederlassung als Arzt oder nicht kurative Managementtätigkeiten. Entscheidende Faktoren für die Wahl künftiger Arbeitgeber sind ein hochwertiges medizinisches Leistungsangebot und eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Das zumindest sind Ergebnisse einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert, die 450 Oberärzte an zwölf Universitätskliniken nach ihren Präferenzen bei der Karriereplanung und Stellenauswahl befragte.

Knapp 64 Prozent der Befragten bezeichnen eine unbefristete universitäre Sektionsleitungsposition als attraktiv oder sehr attraktiv, fast gleich beliebt ist die Oberarztposition. Eine Chefarztposition außerhalb der Universität sehen knapp 52 Prozent als erstrebenswert an. Eine Niederlassung sehen nur 32 Prozent als reizvolle Alternative, nicht kurative Managementpositionen 22 Prozent. Am geringsten fällt die Präferenz für eine Juniorprofessur aus, die nur 11 Prozent der Oberärzte attraktiv oder sehr attraktiv finden.

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Nur jeder vierte Befragte fühlt sich von seiner Klinik gut oder sehr gut auf die Chefarztposition vorbereitet; mehr als 43 Prozent verteilen schlechte Noten. Ähnlich fallen die Antworten auf die Frage nach der Vorbereitung auf eine universitäre Karriere aus: 21 Prozent sind zufrieden, doch fast die Hälfte bescheinigt den Kliniken in diesem Punkt schlechte Arbeit. „Die Befragung hat eine latente Unzufriedenheit der Oberärzte mit der Mitarbeiterführung und der Karrierevorbereitung aufgedeckt. Kliniken sind daher gut beraten, ihren Oberärzten eine bessere Unterstützung auf dem Weg in Führungspositionen zu bieten“, sagte Studienleiter Dr. Florian Liberatore, Privatdozent an der Universität Freiburg.

Den Nachwuchskräften, resümieren die Autoren, werde mehr und mehr eine ausgeglichene Work-Life-Balance wichtiger als ein hohes Gehalt. Zudem würden die Erwartungen an flexible Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in Führungsverantwortung steigen. sg

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