ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2018Landarztquote: Erhöhung statt Umverteilung
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Es ist in jedem Fall erfreulich, dass die Politik in NRW, Herr Minister Laumann, die Probleme der medizinischen (Unter-)Versorgung in ländlichen Bereichen nicht nur erkannt hat, sondern auch aktiv angehen will.

Dennoch darf die kritische Frage gestellt werden: Hilft das wirklich? Zunächst sind die wichtigen Ausführungsbestimmungen dazu noch nicht bekannt, man redet aber von einer „Vertragsstrafe“ bei Nichteinhaltung von 250 000 Euro. Glaubt wirklich einer, dass sich ein/eine Abiturient/-in mit 17 oder 18 Jahren bereits gegen Strafandrohung von 250 000 Euro, nicht etwa nur gegen Rückzahlung von gewährten Summen, schon verpflichten kann, in zehn bis 13 Jahren danach als Hausarzt in einem unterversorgten beziehungsweise ländlichen Bereich tätig zu werden? Welcher junge Mensch, der vom Medizinbetrieb noch keinerlei Ahnung hat, schon gar nicht von der Fachrichtung, die er einmal ausüben will, noch wohin ihn seine Lebenspartnerwahl wohlmöglich verschlagen wird, wird eine solche strafbewerte Verpflichtung eingehen wollen?

Stattdessen wird eine Anzahl der Studienplätze vorab von den verfügbaren Plätzen „abgezweigt“ und verknappt damit sogar noch das bisherige Angebot!

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Politischer Aktionismus oder nur „zu kurz gesprungen“?

Wir benötigten besser sofort eine Erhöhung der Studienplätze um zehn Prozent in NRW und keine Umverteilung. Es ist außerdem fraglich, ob eine solche Strafbewehrung nicht eine Diskriminierung der freien Berufs- und Lebensortwahl ist.

Leider hat Minister Laumann das Angebot von sach- und fachkompetenten, niedergelassenen Ärzten aus unserer Region, die auch zu diesen Themen Hilfestellung geben könnten, abgelehnt, aus Zeitgründen.

Dr. med. Martin Junker, 57462 Olpe

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