ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2018E-Health: Sächsische Ärzte lassen Fernbehandlung zu

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E-Health: Sächsische Ärzte lassen Fernbehandlung zu

Maybaum, Thorsten; dpa

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Die Delegierten des 28. Sächsischen Ärztetages haben eine Änderung der Berufsordnung für Ärzte beschlossen und so den Weg für eine alleinige Fernbehandlung frei gemacht. Demnach ist eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien künftig im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Aufklärung, Beratung und Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird. Nach Inkrafttreten der Änderung voraussichtlich zum 1. September 2018 können sächsische Ärzte in eigener Verantwortung ihre Patienten über digitale Anwendungen behandeln. Der Fernbehandlung sind laut der Sächsischen Landesärztekammer (SLÄK) jedoch Grenzen gesetzt, wenn ein Arzt seiner ärztlichen Sorgfaltspflicht am Telefon oder Computer nicht nachkommen kann. Dann müsse der Patient weiterhin persönlich in die Praxis kommen. SLÄK-Präsident Erik Bodendieck erklärte, der Umbruch müsse mit Augenmaß angegangen werden. Gerade ältere Patienten trauten dem „Teledoktor“ nicht. Er sei auch skeptisch, ob die Zulassung der Fernbehandlungen tatsächlich zu einer Entlastung der Ärzte und Notdienste führen werde. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Rezepte dürften auf diesem Wege nicht ausgestellt werden. Es werde jedoch die Patientenautonomie gestärkt. Bodendieck wies darauf hin, dass Ärzte die Fernbehandlungen dokumentiere sollten, da damit zu rechnen sei, dass die Patienten nicht alle Daten oder Informationen offenlegten. „Bei einer Fehlbehandlung gilt das Haftungsrecht. Eine gute Dokumentation ist hier für den Arzt eine wichtige Voraussetzung“, so Bodendieck. Der Deutsche Ärztetag hatte Anfang Mai eine Änderung der Musterberufsordnung zur ausschließlichen Fernbehandlung beschlossen. Die Landesärztekammern entscheiden, ob sie Anpassungen vornehmen. may/dpa

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