ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2018Randnotiz: Erste Wahl für Eisliebhaber

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Randnotiz: Erste Wahl für Eisliebhaber

Maybaum, Thorsten

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Vor 30 Jahren erhielten Kinder und Jugendliche nach einer Mandelentfernung den Hinweis, Eis sei für die Genesung gut. Die Parole „Speiseeis“ so viel man essen wollte, war verlockend. Besuch im Krankenzimmer war stets willkommen, vor allem, wenn dieser viele Kugeln Speiseeis mitbrachte. Ist das noch zu steigern? Offenbar ja: Heute müssen Patienten nicht mehr auf den Besuch warten. Das Eis (aber nur „fruchtiges Wassereis“) bringen Ärzte und Pfleger gleich mit in den Aufwachraum, wie jetzt die Asklepios Klinik Altona schrieb. Zurzeit würden die Mitarbeiter im Aufwachraum ihren Patienten täglich im Schnitt rund 30 Fruchteis bringen. „Aufs Jahr hochgerechnet könnten das mehr als 5 000 Eis werden, die wir an die Patienten austeilen“, rechnete die Klinik vor. Ein Service, der aus Sicht des Krankenhauses einen medizinischen Hintergrund hat und dazu führt, die Kosten zu verringern. „Während der Narkose kommt es durch den Beatmungsschlauch oft zu einer Reizung der Schleimhäute im Hals. Das Wassereis trägt dazu bei, dass die Schleimhäute im Rachenbereich gekühlt werden und schneller wieder abschwellen“, sagte Prof. Dr. med. Gunter Nils Schmidt, Chefarzt der Abteilung Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Auch die manchmal aufkommende Übelkeit nach einer Narkose lasse sich mit dem fruchtigen Wassereis sehr gut unterdrücken. Patienten seien nach der OP zudem schneller wieder fit und könnten eher auf die Normalstation zurückverlegt werden. Hintergrund für den Eisvorstoß seien gute Erfahrungen von Kollegen und vielversprechende Forschungsergebnisse, hieß es.

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