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Jede Form des Rauchens ist schädlich, und Nicht-Rauchen ist das anzustrebende gesellschaftspolitische und ärztliche Ziel. Dies steht nicht zu Diskussion. In der Arbeit von Morgenstern et al. (1) wird der Konsum von E-Zigaretten als Einstieg in den Zigarettenkonsum in den folgenden sechs Monaten mit einem relativen Risiko von 2,2 herausgearbeitet. Hier stellt sich die Frage, ob man dies so sehen kann oder ob das Erfahrungsammeln mit einer E-Zigarette nicht bereits Ausdruck der Suchtneigung ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Rauschtrinken, das das zweithöchste relative Risiko hat. Es ist also nicht die E-Zigarette als solche, sondern die Tatsache des Konsums von E-Zigarette ebenso wie die Tatsache des stattgehabten Rauschtrinkens, die die bereits vorhandene Suchtneigung dieser Personen zeigt.

Die E-Zigarette erschafft nicht per se spätere Zigarettenraucher. Dazu passt die Feststellung in der Arbeit von Kotz et al. (2), dass der Konsum von E-Zigaretten bei Personen, die noch nie Tabak geraucht hatten, mit 0,3 % sehr gering war. Dass Menschen mit Suchtneigung und geringerer Risikobereitschaft dabei zunächst ein anderes Produkt ausprobieren, erscheint logisch. Vor diesem Hintergrund wäre es wichtig gewesen, zwischen den verschiedenen E-Produkten und dem gesellschaftlichen Phänomen des Shisha-Rauchens zu unterscheiden. So schreibt Frau Mons, Leiterin der Krebspräventionsstelle des DKFZ, aus Anlass der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie 2017 (Zitat): „Während bei Shishas erwiesen ist, dass von ihnen eine ähnliche Gesundheitsgefahr ausgeht wie vom Zigarettenrauchen, ist das Schadenspotenzial von E-Zigaretten nach aktuellem Forschungsstand deutlich geringer als bei herkömmlichen Zigaretten (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0478a

Prof. Dr. med. Knut Kröger

Klinik für Gefäßmedizin

- Angiologie -

HELIOS Klinikum Krefeld GmbH

knut.kroeger@helios-kliniken.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Morgenstern M, Nies A, Goecke M, Hanewinkel R: E-cigarettes and the use of conventional cigarettes—a cohort study in 10th grade students in Germany. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 243–8 VOLLTEXT
2.
Kotz D, Böckmann M, Kastaun S: The use of tobacco, e-cigarettes, and methods to quit smoking in Germany—a representative study using 6 waves of data over 12 months (the DEBRA study). Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 235–42 VOLLTEXT
3.
Mons U: Shishas & E-Zigaretten, ein Update. Wiener Medizinische Wochenzeitschrift (Skriptum) 2017; 8: 4–5
1.Morgenstern M, Nies A, Goecke M, Hanewinkel R: E-cigarettes and the use of conventional cigarettes—a cohort study in 10th grade students in Germany. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 243–8 VOLLTEXT
2.Kotz D, Böckmann M, Kastaun S: The use of tobacco, e-cigarettes, and methods to quit smoking in Germany—a representative study using 6 waves of data over 12 months (the DEBRA study). Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 235–42 VOLLTEXT
3.Mons U: Shishas & E-Zigaretten, ein Update. Wiener Medizinische Wochenzeitschrift (Skriptum) 2017; 8: 4–5

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