ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2018Hochintensiver fokussierter Ultraschall: Ministerium beanstandet G-BA-Beschluss

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Hochintensiver fokussierter Ultraschall: Ministerium beanstandet G-BA-Beschluss

Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1308 / B-1106 / C-1098

Maybaum, Thorsten

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Bei dem Verfahren des hochintensiven fokussierten Ultraschalls wollte der G-BA vier Indikationen als Kassenleistung ausschließen. Der Beschluss liegt nun auf Eis. Foto: picture alliance
Bei dem Verfahren des hochintensiven fokussierten Ultraschalls wollte der G-BA vier Indikationen als Kassenleistung ausschließen. Der Beschluss liegt nun auf Eis. Foto: picture alliance

Mitte Februar hatte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die Anwendung des ultraschallgesteuerten hochintensiven fokussierten Ultraschalls als Behandlungsmethode im Krankenhaus für vier Anwendungen verboten. Bei Endometriose des Uterus, nicht chirurgisch behandelbaren primären bösartigen Neubildungen des Knochens und des Gelenkknorpels, nicht chirurgisch behandelbaren sekundären bösartigen Neubildungen des Knochens und des Knochenmarks sowie der nicht chirurgisch behandelbaren sekundären bösartigen Neubildungen der Leber und der intrahepatischen Gallengänge sollten die Methoden im Rahmen einer Krankenhausbehandlung nicht mehr zulasten der Krankenkassen erbracht werden dürfen. Diesen Beschluss hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nun beanstandet. G-BA-Chef Josef Hecken erklärte dazu kürzlich, er habe gegen die Entscheidung des Ministeriums Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Die Krankenkassen zeigten sich überrascht. „Vor allem bemängelt das Ministerium, dass der G-BA nicht zusätzlich selbst noch ein umfassendes Such- und Bewertungsverfahren für möglicherweise vorhandene weitere wissenschaftliche Erkenntnisse durchgeführt hat“, schreibt der GKV-Spitzenverband in seinem E-Magazin 90 Prozent. Ein solches Bewertungsverfahren dauere aber drei Jahre. So lange habe der G-BA mit seinem Beschluss bewusst nicht gewartet, weil ansonsten in diesen drei Jahren Behandlungsmethoden in Krankenhäusern angewendet worden wären, für die es keine belastbaren Argumente gebe, dass sie den Kranken nützen könnten, moniert die Kassenseite. may

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