ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2018Cochlea-Implantat: HNO-Ärzte stellen Weißbuch und Register vor

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Cochlea-Implantat: HNO-Ärzte stellen Weißbuch und Register vor

Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1340 / B-1131 / C-1123

Hillienhof, Arne

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Jährlich erhalten etwa 4 000 hochgradig schwerhörige, ertaubte Menschen und gehörlos geborene Kinder ein Cochlea-Implantat. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) hat nun ein sogenanntes Weißbuch „Cochlea-Implantat-(CI-)Versorgung in Deutschland“ erarbeitet und parallel dazu die erste Fassung eines nationalen CI-Registers vorgestellt. Damit möchte die Fachgesellschaft nach eigenem Bekunden die Qualität der Behandlung sichern und so für Betroffene optimale Behandlungserfolge erzielen.

Cochlea-Implantate ermöglichen es hochgradig schwerhörigen oder tauben Menschen, Töne und Sprache wahrzunehmen. Foto: mauritius images/BSIP/JACOPIN
Cochlea-Implantate ermöglichen es hochgradig schwerhörigen oder tauben Menschen, Töne und Sprache wahrzunehmen. Foto: mauritius images/BSIP/JACOPIN

Das CI ist eine elektronische Innenohrprothese, die Schall in elektrische Impulse umwandelt, durch die der Hörnerv in der Hörschnecke stimuliert wird. So können Sprache und Töne wahrgenommen werden.

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Die Fachgesellschaft wies darauf hin, dass die Behandlung mit einem CI ein komplexer, interdisziplinärer Prozess sei: Der Erfolg der Versorgung beruhe neben der operativen Implantation der elektronischen Innenohrprothese auch auf einer Hör-Sprach-Therapie, der audiologisch-technischen Betreuung sowie einer lebenslangen medizinischen Nachsorge. Hierfür würden einheitliche Standards benötigt, um möglichen Risiken entgegenzuwirken.

Die DGHNO KHC hat den Versorgungs- und Behandlungsprozess analysiert und im Weißbuch einheitliche Empfehlungen ausgesprochen. Es ist laut Verband die Grundlage einer künftig geplanten Zertifizierung des Behandlungsprozesses unter Leitung der HNO-Fachgesellschaft. So soll ein national einheitlicher Behandlungsstandards für alle Patienten etabliert werden.

Parallel dazu hat die Fachgesellschaft auch die inhaltliche Struktur eines nationalen wissenschaftlichen Cochlea-Implantat-Registers entwickelt und veröffentlicht. Dieses wird zukünftig durch die HNO-Fachgesellschaft wissenschaftlich begleitet. Ziel sei es, qualitätsrelevante Informationen anonym zu erheben, um somit eine deutschlandweite und umfassende Datenlage zur Versorgungsstruktur und -qualität zu schaffen. hil

http://daebl.de/UD28

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