ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2018Rechtsreport: Fachhochschule qualifiziert für Psychotherapieausbildung

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Rechtsreport: Fachhochschule qualifiziert für Psychotherapieausbildung

Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1346 / B-1136 / C-1128

Berner, Barbara

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Ein im Inland an einer Universität oder einer gleichstehenden Hochschule erworbener Masterabschluss im Studiengang Psychologie, der das Fach Klinische Psychologie einschließt, reicht als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten aus. Das hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) entschieden. Es handele sich bei diesem Masterabschluss um eine Abschlussprüfung nach § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a PsychThG. Die Annahme, es bedürfe zusätzlich eines universitären Bachelorabschlusses im Fach Psychologie, lasse sich aus dem Gesetz nicht ableiten.

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollten, so das BVerwG, ursprünglich nur Diplom-Psychologen mit einem Universitäts- oder einem gleichwertigen Abschluss den Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten ergreifen können. Damit sollte ein qualitativ hochwertiges und einheitliches Ausbildungsniveau gewährleistet werden. Nach der Umstellung der Studienstrukturen auf Bachelor- und Masterstudiengänge im Zuge des sogenannten Bologna-Prozesses ist nach Meinung des Gerichts unter dem Begriff der Abschlussprüfung auch ein Masterabschluss in Psychologie zu verstehen. Der Master sei hochschulrechtlich ebenso wie das Diplom ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss, der nach einer Prüfung erworben werde und den Nachweis erbringe, dass ein Studium erfolgreich absolviert worden sei.

Im gestuften System der Bachelor- und Masterstudiengänge werde der Mastergrad auf der Grundlage eines bereits berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses verliehen, nämlich dem Bachelor. Mit Blick auf die Studiendauer weiche der Master- nicht vom Diplomstudiengang ab. Daher kann nach Auffassung des Gerichts von einer grundsätzlichen Gleichwertigkeit von Master- und Diplomabschlüssen an Universitäten oder gleichstehenden Hochschulen ausgegangen werden.

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Im vorliegenden Fall gehe aus den Zeugnis- und Prüfungsunterlagen hervor, dass die Klägerin den Masterstudiengang „M.A. Psychologie – Schwerpunkt Klinische Psychologie“ absolviert habe. Sie habe unter anderem das Wahlpflichtfach „Klinische Neuropsychologie“ belegt und die geforderte Prüfungsleistung erbracht. Sie habe darüber hinaus auch nach Art. 12 GG einen Anspruch auf den Zugang zur Ausbildung als Psychologische Psychotherapeutin oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin.

BVerwG, Urteil vom 17. August 2017, Az.: 3 C 12/ 16 RAin Barbara Berner

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