ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2018Linksherzinsuffizienz: Hämodynamische Parameter bestimmen bei Lungenhochdruck die Prognose

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Linksherzinsuffizienz: Hämodynamische Parameter bestimmen bei Lungenhochdruck die Prognose

Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1336 / B-1129 / C-1121

Vetter, Christine

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Foto: yodiyim / stock.adobe.com
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In einer Kohortenstudie sind die hämodynamischen Charakteristika und das Outcome bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie und Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (PH-HFpEF) untersucht worden. Der mittlere Pulmonalarteriendruck betrug mindestens 25 mmHg, der Wedge-Druck mindestens 15 mmHg und die linksventrikuläre Auswurffraktion mindestens 45 %.

Bei 25,8 % von insgesamt 10 023 Patienten (mittleres Alter: 55 Jahre), die sich einer Rechtsherzkatheteruntersuchung unterzogen, wurde eine PH-HFpEF diagnostiziert bei Linksherzinsuffizienz. Die Schwere der pulmonalen Hypertonie (PH) wurde anhand hämodynamischer Parameter bestimmt: transpulmonaler Gradient, pulmonaler Gefäßwiderstand und diastolischer pulmonaler Gradient. Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalität, sekundäre Endpunkte waren die Hospitalisationsrate und kardiovaskulär bedingte Hospitalisationen.

Die Mortalität lag bei 23,6 % im Verlauf von 12 Monaten bei 48,2 % innerhalb von 5 Jahren. Kardiovaskulär bedingte Klinikeinweisungen erfolgten im ersten Jahr bei 28,1 % der Studienteilnehmer mit PH-HFpEF und im Verlauf von 5 Jahren bei 47,4 % der PH-HFpEF-Patienten.

Die Häufigkeit einer prä-kapillären Komponente der PH (Combined post- and pre-capillary PH; CpcPH) betrug bei einem transpulmonalen Gradienten > 12 mmHg 12,8 %, bei einem pulmonalen Gefäßwiderstand von 3 Wood-Einheiten) 8,8 % und bei einem diastolischen pulmonalen Gradienten von ≥ 7 mmHg 3,5 %.

Fazit: „Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass die PH-HFpEF eine häufige Diagnose ist bei Patienten, die eine Rechtsherzkatheteruntersuchung erhalten, und dass hämodynamische Parameter prognoserelevant sind“, kommentiert Professor Dr. med. Stephan Rosenkranz, Universitätsklinikum Köln, das Ergebnis. Auch im Kontext weiterer Studien zeige sich die klinische Relevanz solcher Ergebnisse, da die meisten HFpEF-Patienten eine PH aufweisen und ein deutlich schlechteres Outcome haben, sodass – wie die Autoren schreiben – „dieser HFpEF-Phänotyp noch besser untersucht werden muss und die Eta-blierung gezielter Therapien erfordert“, meint Rosenkranz. „In Deutschland läuft zu dieser Fragestellung in Kürze die BMBF-geförderte PASSION-Studie an (Tadalafil vs. Placebo bei HFpEF-CpcPH).“ Christine Vetter

Vanderpool RR, Saul M, Nouraie M, et al.: Association between hemodynamic markers of pulmonary hypertension and outcome in heart failure with preserved ejection fraction. JAMA Cardiol 2018; 3: 298–306.

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