ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2018Frauengesundheit: Hintergrundinformationen und praktische Tipps in einem

MEDIEN

Frauengesundheit: Hintergrundinformationen und praktische Tipps in einem

Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1342 / B-1132 / C-1124

Marx, Catrin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Es ist mutig, ein Buch zu schreiben, das auf 462 Seiten über die Gesundheit und Krankheiten der Frau im Laufe ihres Lebens umfassend informieren will. Silke und Werner Bartens ist dies gelungen. Die Frauenärztin und der Medizinjournalist und Arzt schreiben vielseitig und kenntnisreich über den weiblichen Körper. Sie erklären, warum Frauen anders leiden und wie die Zusammenhänge von Psyche und Körper sind. Sie erläutern mit einfachen Worten, ob einzelne individuelle Gesundheitsleistungen – gerade in der Gynäkologie und Geburtshilfe – notwendig sind, oder warum es keine Evidenz gibt, dass ein vaginaler Ultraschall zur Früherkennung des Eierstockkrebses sinnvoll ist. Die medizinischen Inhalte, beispielsweise Beckenbodentraining oder Stillen, sind anschaulich illustriert. Als Leser fühlt man sich nicht mit Fachwissen überfrachtet, weil zu allen Themengebieten Fälle aus der Praxis vorgestellt werden. Am Ende jedes Kapitels gibt es einen ärztlichen Rat zur jeweiligen Thematik

Besonders beeindruckend ist die deutliche Position der Autoren zur HPV-Impfung. Diese seit 1. April 2007 bestehende Pflichtleistung der Krankenkassen wird von ihnen kritisch gesehen. Sie vertreten die Ansicht, dass von dieser teuren Impfung Frauen in der dritten Welt und Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern am meisten profitieren würden. Sie erläutern, wie Impfstoffhersteller in den USA Ärzte finanzieren, mit einseitigen Informationen beeinflussen und so den Weg zur Zulassung bereitet hätten. In Europa sei die Impfung, so Bartens, unkontrolliert eingeführt worden, ohne dass die Nebenwirkungen systematisch dokumentiert worden seien. Merck beispielsweise habe Fachverbände finanziert, um Werbung für die Impfung zu machen.

Anzeige

Wer jetzt meint, das Buch ist allein eine Abrechnung mit der Gesundheitspolitik und der Pharmalobby, irrt. Die Autoren geben auch ganz bodenständige Tipps, wie zum Beispiel zur Schlafhygiene in den Wechseljahren oder warum im Schlafzimmer weder Fernseher noch mobile Endgeräte vorhanden sein sollten. „Im Schlafzimmer passieren nur zwei Dinge und beide fangen mit S an“. Dieser umfassende, didaktisch gut aufbereitete Gesundheitsratgeber gehört in jeden Frauenhaushalt. Catrin Marx

Silke Bartens, Werner Bartens: Frauensprechstunde. Was uns hilft, was uns gesund macht. Drömer Verlag, München 2018, 462 Seiten, Hardcover, 24,99 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema