ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2018Randnotiz: „Hangry“ trotz Schokoriegel

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Randnotiz: „Hangry“ trotz Schokoriegel

Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1307 / B-1105 / C-1097

Gießelmann, Kathrin

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Leerer Magen, schlechte Laune? Dann könnte ein Schokoriegel Abhilfe schaffen – das zumindest versprach vor einigen Jahren ein Werbespot mit dem Slogan: „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.“ Ganz so einfach ist es jedoch nicht, wie jetzt Forscher der University of North Carolina herausfanden. Bei ihren Versuchsteilnehmern hatte nicht allein der leere Magen die Stimmung unter Kontrolle. Vielmehr kam es auf Kontext und Selbstwahrnehmung an. Hungrige Teilnehmer bewerteten ein zweideutiges Bild nur dann negativ, wenn ihnen schon zuvor ein eindeutig negatives Bild gezeigt wurde. Die Situation muss also schon zuvor unangenehm sein, damit das Hungergefühl einen zur Diva werden lässt. Mildern lässt sich die Verwandlung zum hungrigen Griesgram, indem man sich zuvor mit seinen Emotionen auseinandersetzt. Im Versuch reichte dafür eine kleine Schreibaufgabe zur Selbstreflexion und schon verlor das Hungergefühl seine Macht. Ein Computercrash während einer langwierigen Aufgabe am Rechner und obendrauf noch eine unsachgemäße Beschuldigung konnten nur hungrige Studierende aus der Bahn werfen, nicht aber hungrige, die zuvor ihre Selbstwahrnehmung gestärkt hatten.

Die Amerikaner haben ein eigenes Adjektiv, um schlechte Laune oder Gereiztheit aufgrund von Hunger auszudrücken. Es lautet „hangry“, was sich aus angry (verärgert) und hungry (hungrig) zusammensetzt. Erst dieses Jahr wurde das Wort zusammen mit mehr als 1 000 anderen Wörtern neu ins Oxford Dictionary aufgenommen. Ein deutsches Pendant fehlt noch. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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