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Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1338

EB; MH; Rz

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Therapieversagen und Mutter-Kind-Übertragung der HIV-Infektion durch einen geringen Plasmaspiegel von Darunavir und Cobicistat – Pharmakokinetische Daten aus einer Phase-3b-Studie zeigten bei 6 schwangeren Patientinnen im 2. und 3. Trimenon geringere Plasmaspiegel von Darunavir und Cobicistat als nach der Geburt. Darunavir wird angewendet in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Therapie von Infektionen mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV-1).

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  • Ein verminderter Darunavir-Plasmaspiegel kann mit einem erhöhten Risiko für ein Therapieversagen und eine Mutter-Kind-Übertragung einer HIV-1-Infektion verbunden sein.
  • Während der Schwangerschaft sollte eine Therapie mit Darunavir/Cobicistat nicht begonnen werden.
  • Frauen, die während der Behandlung mit Darunavir/Cobicistat schwanger werden, sollten auf eine alternative Therapie umgestellt werden. Darunavir/Ritonavir kann in Erwägung gezogen werden. EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 32–2018

Bei MS auf kognitive Defizite und Fatigue achten – Bei Patienten mit schubförmiger multipler Sklerose (MS) richtet sich der Fokus häufig auf die motorischen Symptome. Die häufigsten Ursachen für die Aufgabe des Berufes sind bei ihnen aber kognitive Defizite und Fatigue, gab PD Dr. med. Karl Baum, Hennigsdorf, auf einer Pressekonferenz in Berlin zu bedenken. In der Phase-IV-Studie Teri-PRO zeigte Teriflunomid (Aubagio®, Sanofi Genzyme) einen stabilisierenden Effekt auf beide Symptome (Coyle PK, et al.: Mult Scler Relat Disord 2017; 17: 107–15). Während der Anteil der Patienten mit keinen oder minimalen kognitiven Einschränkungen über 48 Wochen konstant blieb, nahm der Anteil mit schwerer Fatigue sogar etwas ab. Bei Patienten, die von anderen MS-Medikamenten auf Teriflunomid umgestellt wurden, stieg die Zufriedenheit mit der Therapie.

Teriflunomid kann nach dem Absetzen aktiv mit Cholestyramin oder Aktivkohle aus dem Körper eliminiert werden. Trete eine Schwangerschaft ein, bestehe deshalb kein Anlass für einen Abbruch, betonte Dr. med. Birte Elias-Hamp, Hamburg. In Studien traten bei Neugeborenen mit pränataler Teriflunomid-Exposition und beschleunigter Elimination keine Schädigungen auf (Kieseier BC, Benamor M: Neurol Ther 2014; 3: 133–8). MH

Die MS-Therapie mit Teriflunomid – individuell statt pauschal, Veranstalter: Sanofi Genzyme

Osimertinib als Erstlinientherapie beim EGFR-mutationspositiven NSCLC – Osimertinib (TAGRISSO®, AstraZeneca) ist zugelassen für die Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC (nichtkleinzelligem Lungenkarzinom) mit aktivierenden Mutationen des EGFR („epidermal growth factor receptor“).

Der Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) der 3. Generation wurde in Studien gut vertragen, die meisten Nebenwirkungen wiesen einen Schweregrad von 1 oder 2 auf. Die Nebenwirkungen, die bei den meisten Patienten auftraten, waren eine verminderte Leuko-, Lympho- und Thrombozytenzahl, Diarrhö, Hautausschlag, eine verminderte Neutrophilenzahl, trockene Haut, Paronychie, Stomatitis und Pruritus. Osimertinib ist bereits zugelassen für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC bei Nachweis einer EGFR-T790M-Mutation.

Osimertinib, ein irreversibler EGFR-TKI der 3. Generation, ist ein hochpotenter Inhibitor des mutierten EGFR und zudem der Resistenzmutation T790M, mit klinischer Aktivität bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen. Zudem wird Osimertinib als adjuvante Therapie und in Kombinationen mit anderen Wirkstoffen getestet.

Im Rahmen der FLAURA-Studie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Osimertinib in einer einmal täglich oral verabreichten Dosis von 80 mg verglichen mit dem Standard entsprechenden EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren (entweder Erlotinib, 150 mg einmal täglich oral oder Gefitinib, 250 mg einmal täglich oral) bei nicht vorbehandelten Patienten mit lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit EGFR-Mutation. Dabei handelte es sich um eine doppelblinde randomisierte Studie mit 556 Patienten aus 30 Ländern. EB

Pressemitteilung AstraZeneca

HbA1c-Senkung durch digitalisierte Versorgung – Steigende Patientenzahlen und eine zunehmende Datenflut machen eine qualitativ hochwertige Diabetesversorgung zu einer Herausforderung. Das prospektive, randomisierte und kontrollierte PDM-ProValue-Studienprogramm, eine erste große Digitalisierungsstudie aus Deutschland, weist nun nach, dass Patienten, die mithilfe eines integrierten personalisierten Diabetesmanagements (iPDM) behandelt wurden, eine HbA1c-Senkung von 0,5 % erreichen (p < 0,0001). Die Größenordnung ist vergleichbar mit medikamentösen Therapien.

Neben einer Reduzierung des HbA1c-Wertes zeigten sich unter iPDM weitere positive Effekte: Das Konzept führt zu häufigeren Therapieanpassungen, einer höheren individuellen Adhärenz und im Ergebnis zu mehr Zufriedenheit bei Ärzten und Patienten.

Arzt und Patient erhalten über iPDM eine strukturierte Darstellung aller wichtigen Daten. Der 6-stufige Prozess besteht aus Patientenschulung, strukturierter Glukosemessung, digitaler Dokumentation und Auswertung, personalisierter Behandlung und gemeinsamer Bewertung der Therapieergebnisse. Er wird durch die offene Accu Chek® Smart Pix Software (Roche) unterstützt. rz

Gemeinsam Diabetes weiter denken. Neue Lösungen für eine digitalisierte Diabetesversorgung der Zukunft, Veranstalter: Roche

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