ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2018Unabhängige Patientenberatung: Immer mehr Menschen ratlos über das Gesundheitswesen

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Unabhängige Patientenberatung: Immer mehr Menschen ratlos über das Gesundheitswesen

PP 17, Ausgabe Juli 2018, Seite 294

Beerheide, Rebecca

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Bei ihren Beratungen beantworten die Mitarbeiter der UPD häufig Fragen zum Thema Krankengeld. Foto: mauritius images
Bei ihren Beratungen beantworten die Mitarbeiter der UPD häufig Fragen zum Thema Krankengeld. Foto: mauritius images

Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) hat 2017 deutlich mehr Menschen rund um Fragen zum Gesundheitswesen beraten als im Vorjahr. Laut dem Bericht „Monitor Patientenberatung 2017“ haben 154 931 Beratungen stattgefunden, 2016 waren es noch 93 827. Die Themen der Beratungen sind hingegen seit Jahren ähnlich: Fragen zum Krankengeld, zu vermuteten Behandlungsfehlern sowie zur Durchsetzung von Rechten der Versicherten gegenüber Krankenkassen.

„Beim Thema Krankengeld gibt es immer wieder Probleme mit Lücken in der Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (AU) und weiteren Zahlungen von Krankengeld“, erklärte UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede bei der Vorstellung des Monitors Mitte Juni in Berlin. Krumwiede sowie der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ralf Brauksiepe, appellierten an die Krankenkassen, hier die Regeln einzuhalten und besser mit den Patienten über deren Rechte zu kommunizieren. Auch forderten sie Ärzte auf, bei AU-Bescheinigungen darauf zu achten, dass keine Lücken entständen. Denn dies könne für Patienten bedeuten, dass sie keinen Anspruch auf Krankengeld mehr hätten.

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Das zweite Thema, das UPD-Geschäftsführer Krumwiede als problematisch ansieht, ist die fehlende oder unvollständige Gesundheitskompetenz bei Patienten. Hier fehle es zum einen oft an gesundheitsrechtlichem Wissen und zum anderen an Wissen darüber, wie medizinische Sachverhalte richtig eingeordnet und auf die persönliche Lebenssituation angewendet werden müssten. „Die Defizite bei der Gesundheitskompetenz schmälern die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems“, so Krumwiede. bee

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