ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2018Psychotherapiereform: PiA protestieren gegen prekäre Ausbildungsbedingungen

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Psychotherapiereform: PiA protestieren gegen prekäre Ausbildungsbedingungen

PP 17, Ausgabe Juli 2018, Seite 292

Bühring, Petra

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22 515 Unterschriften haben angehende Psychotherapeuten gesammelt. Foto: privat
22 515 Unterschriften haben angehende Psychotherapeuten gesammelt. Foto: privat

Eine Petition mit der Forderung nach einer zügigen Umsetzung der Reform der Psychotherapieausbildung haben heute Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages übergeben. 22 515 Unterschriften haben sie gesammelt, um auf ihre prekäre Situation aufmerksam zu machen – zum wiederholten Mal. Transparente und Protestlieder begleiteten die Übergabe vor dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags.

„Die Bedingungen in der Ausbildung, insbesondere im Psychiatriejahr, sind untragbar. Akademiker arbeiten in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, teils vollständig eigenverantwortlich, mit Patienten in schweren Lebenskrisen – ohne Vergütungsanspruch und sozial- und arbeitsrechtliche Absicherung“, erklärte Katharina van Bronswijk, Vertreterin des PiA-Politik-Treffens, das die Petition initiiert hat.

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Verbessern könnte sich die prekäre Situation der PiA mit der Umsetzung des „Psy­cho­thera­peuten­aus­bildungsreformgesetez“, zu dem das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium im Juli 2017 einen Arbeitsentwurf vorgelegt hat. Dieser sieht unter anderem ein fünfjähriges Hochschulstudium der Psychotherapie vor, mit dem Abschluss des Staatsexamens. Im Anschluss soll die Approbation beantragt werden können. Danach ist eine vertiefende Weiterbildung vorgesehen, die wie bei den Ärzten tariflich vergütet werden soll. Durch die Bundestagswahl im September 2017 ist der Reformprozess ins Stocken geraten, im Koalitionsvertrag ist jedoch der Abschluss der Reform in dieser Legislaturperiode vorgesehen.

„Wir fordern eine schnelle Umsetzung der Reform wie auch gesetzliche Übergangsregelungen, die bis zur Einführung der neuen Weiterbildung auch für die jetzigen PiA den sozialrechtlichen Status und die Bezahlung regeln“, erklärte van Bronswijk. PB

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