ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2018Sucht und Drogen: Drogentote durch Überdosierung von Opioiden

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Sucht und Drogen: Drogentote durch Überdosierung von Opioiden

PP 17, Ausgabe Juli 2018, Seite 292

Bühring, Petra

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Heroin und Morphin sind hauptverantwortlich für Drogentodesfälle. Foto: picture alliance
Heroin und Morphin sind hauptverantwortlich für Drogentodesfälle. Foto: picture alliance

Die Zahl der an illegalen Drogen verstorbenen Menschen ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig: sie sank von 1 333 auf 1 272. In den Jahren 2012 bis 2016 waren die Zahlen noch angestiegen. „Erstmals sehen wir einen leichten Rückgang der Drogentodeszahlen – wir brauchen aber weiterhin eine engagierte Suchtprävention, passgenaue Hilfe und ein entschlossenes Vorgehen gegen Drogenkriminalität“, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler.

Den Zahlen liegt eine Auswertung von Daten des Bundeskriminalamtes (BKA) von 2012 bis 2017 zugrunde. Wie in den Vorjahren waren auch 2017 die meisten an Drogen Verstorbenen männlich (85 Prozent), das Durchschnittsalter betrug 39 Jahre. 83 Prozent bis 85 Prozent starben an einer Überdosierung, gefolgt von Langzeitfolgen (7 Prozent), Suizid (7 Prozent) und Unfällen (3 Prozent).

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„Nach wie vor sind es Opioide, die die überwiegende Mehrheit tödlicher Überdosierungen verursachen“, sagte Ludwig Kraus, Leiter des IFT, Institut für Therapieforschung, in München, der erste Ergebnisse einer Begleitstudie zur „Analyse drogeninduzierter Todesfälle in Deutschland“ vorstellte. An erster Stelle der Opioide stehen Heroin/Morphin, opioidhaltige Substitutionsmittel, Fentanyl und auf niedrigem Nivau opioidhaltige Arzneimittel und synthetische Opioide. Überdosierungen durch Neue psychoaktive Substanzen (NPS) sind der IFT-Studie zufolge nach einem Anstieg zwischen 2012 und 2016 im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Auch für einige der Todesfälle verantwortlich sind Kokain (leichter Anstieg im Jahr 2017), Crystal Meth und Amphetamine. Die Zahl der Überdosierungen bei Drogenabhängigen in Substitutionsbehandlung liegt bei 10 Prozent. PB

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