ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2018Welt­gesund­heits­organi­sation: Zu wenig Hilfe bei psychischen Erkrankungen

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Welt­gesund­heits­organi­sation: Zu wenig Hilfe bei psychischen Erkrankungen

PP 17, Ausgabe Juli 2018, Seite 294

dpa

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Die WHO ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Foto: shaadjutt36/stock.adobe.com
Die WHO ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Foto: shaadjutt36/stock.adobe.com

Jeder vierte Mensch wird nach Schätzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) in seinem Leben einmal psychisch krank, aber für viel zu wenige gebe es weltweit Hilfe. „300 Millionen Menschen erkranken pro Jahr an Depressionen, 800 000 begehen Suizid“, sagte Tarun Dua von der WHO-Fachabteilung für psychische Gesundheit in Genf. Durch Arbeitsausfälle von psychisch Kranken gingen der Weltwirtschaft jedes Jahr eine Billion Dollar verloren.

Die WHO stellte am 7. Juni ihren 5. Atlas psychische Gesundheit vor. Danach ist im Vergleich zur ersten Atlas-Ausgabe 2014 die Rate der Suizide um acht Prozent gesunken, von statistisch 11,4 pro 100 000 Menschen auf 10,5. Angepeilt sind zehn Prozent Reduzierung bis 2020. In manchen Ländern gebe es pro 100 000 Einwohner nur eine im Umgang mit psychischen Problemen ausgebildete Fachperson. Auch in Ländern mit hohen Einkommen müssten die Ausgaben aber deutlich erhöht werden, um allen Betroffenen gerecht zu werden.

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In der WHO-Region Europa, die auch Tadschikistan, Weißrussland und die Türkei umfasst, waren die Ausgaben pro Kopf für psychische Gesundheit mit Abstand am größten: 21,7 Dollar im Jahr, verglichen mit weniger als zehn Cent in der Region Afrika. Viele Interventionen seien nicht kostenintensiv, so Dua. Wenn schon bei Kindern auf gesunden Schlaf, nahrhaftes Essen und physische Aktivitäten geachtet werde, könne psychischen Krankheiten vorgebeugt werden. dpa

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