ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2018Hepatitis-Infektionen: Plädoyer für die Impfung

MEDIZINREPORT

Hepatitis-Infektionen: Plädoyer für die Impfung

Dtsch Arztebl 2018; 115(29-30): A-1386 / B-1167 / C-1159

Zylka-Menhorn, Vera

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Bei der Fallfindung, Prävention und Behandlung von Risikopopulationen für Hepatitis B- und C-Infektionen (HVB und HVC) besteht in Deutschland immer noch Verbesserungsbedarf. Darauf macht das Robert Koch-Institut (RKI) anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli aufmerksam – zumal ein HBV-Impfstoff mit hoher Wirksamkeit und guter Verträglichkeit zur Verfügung steht; und für HBC-Infektion existieren effektive antivirale Medikamente, die zur Heilung führen.

„Die Hepatitis B-Impfquoten sind nicht nur in der Allgemeinbevölkerung, sondern auch in den Risikogruppen unzureichend“, sagt RKI-Mitarbeiterin Sandra Dudareva im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt. Es werde daher dringend empfohlen, alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie definierte Risikogruppen konsequent zu impfen – insbesondere bei Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung oder injizierendem Drogengebrauch. Um die Zahl der mit Hepatitis C Infizierten in Deutschland substanziell zu senken, müssten durch ein flächendeckendes Screening von Populationen mit höherer Prävalenz die infizierten Personen diagnostiziert und der Behandlung zugeführt werden.

Für das Jahr 2017 wurden insgesamt 3 582 Fälle von erstdiagnostizierter Hepatitis B und 4 798 Fälle von erstdiagnostizierter Hepatitis C an das RKI übermittelt. Dies entsprach einer bundesweiten Inzidenz von 4,4 (HVB) und 5,8 (HVC) pro 100 000 Einwohner.

Seit 2015 steigt Zahl der gemeldeten HVB-Infektionen stark an, was vor allem durch die Erweiterung der Falldefinition, aber auch das vermehrte Testen von Asylsuchenden erklärbar ist. Für HVC lag die Inzidenz 2017 um 8 % höher als im Vorjahr, was ebenfalls eine Folge der verstärkten Testung und Fallfindung sein könnte.

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn

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