ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2018Bundessozialgericht: Ärger um neue Definition der Rettungstransportzeit

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Bundessozialgericht: Ärger um neue Definition der Rettungstransportzeit

Dtsch Arztebl 2018; 115(29-30): A-1360 / B-1148 / C-1140

Maybaum, Thorsten

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Die Rettungstransportzeit war dem Bundessozialgericht im vorliegenden Fall zu lang. Foto: dpa
Die Rettungstransportzeit war dem Bundessozialgericht im vorliegenden Fall zu lang. Foto: dpa

Eine Entscheidung des Bundessozialgerichts (BSG) über die Vergütung neurochirurgischer Notfalleingriffe hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) aufgeschreckt. Hintergrund ist, dass der 1. Senat geurteilt hat (Az.: B 1 KR 38/17 R), dass ein Krankenhaus nicht die Mindestvoraussetzungen eines Zugangs zu neurochirurgischen Notfalleingriffen sowie zu gefäßchirurgischen und interventionell-neuroradiologischen Behandlungsmaßnahmen erfüllt habe, indem es mit einem Partner kooperiere. Dem BSG zufolge war das Krankenhaus im Jahr 2014 nicht in der Lage, die erforderliche „höchstens halbstündige Transportentfernung“ unter Verwendung des schnellstmöglichen Transportmittels „regelhaft jederzeit einzuhalten“. „Dieser Zeitraum beginnt mit der Entscheidung, ein Transportmittel anzufordern, und endet mit der Übergabe des Patienten an die behandelnde Einheit des Kooperationspartners“, urteilte das BSG. Bei Dunkelheit dauere diese Rettungstransportzeit auch unter Einsatz eines Rettungshubschraubers als schnellstes Transportmittel wesentlich länger als eine halbe Stunde, hieß es weiter. DKG-Präsident Gerald Gaß wirft dem BSG vor, die bisherige Festlegung der maximalen Transportzeit von Patienten einer Schlaganfalleinheit in eine neurochirurgische Abteilung neu zu interpretieren. „Die bisher geltende Definition spricht ausdrücklich von der Zeit zwischen dem Rettungstransportbeginn und dem Rettungstransportende, also der Fahrzeit des Rettungswagens oder der Flugzeit des Rettungshubschraubers“, so Gaß. Das Urteil führe in der Anwendung dazu, dass die Komplexbehandlung des Schlaganfalls nur noch in Kliniken durchgeführt werden könne, die selbst über eine neurochirurgische Abteilung verfügten. may

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