ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2018Hausbesuche: Hausarztromantik

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Hausbesuche: Hausarztromantik

Dtsch Arztebl 2018; 115(29-30): A-1392 / B-1172 / C-1163

Link, Bernhard

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Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Nach über 34-jähriger Tätigkeit als Landarzt komme ich immer mehr zu dem Ergebnis: Hausbesuche in der bisherigen Form sind nicht mehr zeitgemäß. Sie hatten ihre Berechtigung, als der Arzt zu dem kleinen Kreis zählte, der im Besitz eines Personenkraftwagens war. Heute ist die Bevölkerung in einem in früheren Zeiten unvorstellbaren Ausmaß mobil. Da dürfte der Transport von kranken und alten Patienten in die Praxis im Regelfall kein Problem sein. 

Es macht schlicht und einfach keinen Sinn, wenn Ärzte bei einem angeblich bestehenden Ärztemangel stundenlang über Land fahren, um dann wenige Minuten einen Patienten zu untersuchen und zu behandeln. Sinnvoller ist es, die Patienten werden von Angehörigen oder Hilfskräften in die Praxis gebracht. Da sind die räumlichen, personellen und apparativen Verhältnisse definitiv besser als bei jedem Hausbesuch und in jedem Pflegeheim. 

Bei Schwerstpflegebedürftigen, bei Palliativpatienten, bei Sterbenden oder in vergleichbaren Fällen gehören Hausbesuche nach wie vor zum integralen und unverzichtbaren Bestandteil hausärztlicher Tätigkeit. Alle anderen Hausbesuche gehören in Zeiten professioneller Hochleistungsmedizin in den Bereich vergangener Hausarztromantik. 

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Dr. med. Bernhard Link, Im Markthof 7, 63776 Mömbris

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