ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2018Randnotiz: Von Adam und Armin

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Randnotiz: Von Adam und Armin

Dtsch Arztebl 2018; 115(29-30): A-1357 / B-1147 / C-1139

Korzilius, Heike

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Mit Adam, der „Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management“, wollen die Barmer und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe die Arznei­mittel­therapie­sicherheit (AMTS) für Patienten verbessern, die fünf oder mehr Arzneimittel einnehmen. Über eine Software erhalten Hausärzte eine Übersicht über alle Arzneimittelverordnungen samt Kontraindikationen. Denn mit der Zahl der einzunehmenden Medikamente steigt das Risiko für gefährliche Wechselwirkungen. Ein sinnvolles Projekt. Deshalb wird es auch mit 16 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert.

Weniger sinnvoll ist, dass Projekte zur Verbesserung der AMTS seit Jahren unkoordiniert nebeneinander herlaufen – immerhin fließen Millionen in diese Modelle. Ein Beispiel: Seit 2014 erproben die KVen Sachsen und Thüringen, die dortigen Apothekerverbände sowie die AOK Plus erfolgreich Armin – die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen. Die Ziele sind dieselben wie bei Adam, und auch dort wird das Medikationsmanagement elektronisch unterstützt. Dadurch, dass Armin die Kompetenz der Apotheker einbindet und damit die Blackbox Selbstmedikation erhellt, geht es sogar noch einen Schritt weiter als Adam. Die Partner sind zufrieden und haben das Projekt bis 2022 verlängert. Sowohl Armin als auch Adam sollen irgendwann zur Regelversorgung werden. Austausch untereinander? Fehlanzeige. Doch die AMTS ist nicht das einzige Feld, in dem das Rad für viel Geld ständig neu erfunden wird. Weil es keine klaren Vorgaben gibt, kocht bei der Entwicklung der elektronischen Patientenakte bislang auch jeder sein eigenes Süppchen.

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