ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2018„Artgerechtes Biotop für Ärzte“

ÄRZTESTELLEN: Nachgefragt

„Artgerechtes Biotop für Ärzte“

Dtsch Arztebl 2018; 115(29-30): [4]

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Interview mit Prof. Dr. med. Kilian W. Mehl, Klinikleitung der Klinik Wollmarshöhe, Fachkrankenhaus für psychosomatische Medizin, Bodnegg

Herr Prof. Dr. Mehl, nach welchen Kriterien wählen Sie Ihr Personal aus?

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Unsere Mitarbeiter sollten fachlich gute Voraussetzungen und eine gute Ausbildung mitbringen. Aber gute Medizin und Therapie brauchen mehr. Wir achten auf gute Basiskompetenzen, wie Kommunikations- und Wertschätzungspotenzial sowie Teamfähigkeit. Das ist die Bringschuld, die wir von unseren Mitarbeitern fordern.

Wie steht es im Gegenzug um Ihre Bringschuld?

Wir verstehen uns als Dienstleister für unsere Mitarbeiter, die wir permanent betreuen und fördern. Denn wir wollen ja auch, dass sie einen gehörigen Beitrag für uns leisten. Eine Klinik ist ein Dienstleistungsunternehmen, das nicht nur mit fachlicher Qualifikation und Arbeit steht und fällt, sondern auch mit einem wertschätzenden Umgang. Patienten spüren sofort, welcher Geist durch ein Haus weht.

Wie fördern Sie Ihre Mitarbeiter denn konkret?

Motivierte Ärzte und Therapeuten brauchen ein Umfeld, in dem sie eigene Vorstellungen und Fähigkeiten entwickeln und umsetzen können. Um Motivation zu erhalten, ist es also wichtig, Mitarbeitern ein „artgerechtes Biotop“ bereitzustellen. Spitzenteams brauchen Spitzenbedingungen.

Und wie sieht ein artgerechtes Biotop für Ärzte aus?

Ärzte brauchen gute Arbeitsbedingungen und Freiheiten, um sich entfalten zu können. Das betrifft die inhaltliche, aber auch die zeitliche Gestaltung.

Geht es konkreter?

Wir entlasten sie zum Beispiel von Aufgaben, die nicht zu ihren Kerntätigkeiten gehören, wie Verwaltungsaufwand. Auch bieten wir Fort- und Weiterbildungen an. Und gerade in einem Krankenhaus, wo Ganzheitlichkeit ein wesentlicher Aspekt ist, behalten wir immer auch den ganzen Lebensentwurf des Mitarbeiters im Blick.

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