ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2018Adrenalin in der Akutbehandlung der Anaphylaxie

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Adrenalin in der Akutbehandlung der Anaphylaxie

Adrenaline in the acute treatment of anaphylaxis

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(31-32): 528-34; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0528

Ring, Johannes; Klimek, Ludger; Worm, Margitta

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Hintergrund: Eine Anaphylaxie ist die schwerste Manifestation einer allergischen Sofortreaktion und die häufigste Notfallsituation in der Allergologie. Adrenalin steht im Zentrum der akuten medikamentösen Therapie bei dieser Komplikation. Obwohl es schon seit über 100 Jahren eingesetzt wird, bestehen in der praktischen Alltagssituation oft Informationsdefizite und Unsicherheiten in der Art der Applikation und Dosierung bei Arzt und Patient.

Methode: Auf der Basis vorliegender Leitlinien von 2007 und 2014 wurde eine selektive Literaturrecherche bei PubMed mit den Suchworten „anaphylaxis treatment“, „allergic shock“, „adrenaline“ und „epinephrine“ für den Zeitraum 1. 1. 2012 bis 30. 9. 2017 durchgeführt und durch weitere Literatur ergänzt.

Ergebnisse: Die Gabe von Adrenalin führt häufig zum Abklingen der Anaphylaxiesymptome. Außerhalb der Intensivmedizin ist die intramuskuläre Applikation von Adrenalin mit einem Autoinjektor die Methode der Wahl, vor allem bei mittelschweren Reaktionen. Die Injektion erfolgt in die Außenseite des Oberschenkels und kann beim Nichtansprechen alle 10–15 Minuten wiederholt werden. Bei Erwachsenen wird eine Adrenalindosis von 300–600 µg, bei Kindern von 10 µg/kg verwendet. Die Gefahr schwerer kardialer Nebenwirkungen ist geringer als bei intravenöser Gabe. Es gibt keine randomisierten kontrollierten Studien zur klinischen Wirksamkeit in der Notfallsituation. Die Handhabung der Autoinjektoren muss speziell geübt werden.

Schlussfolgerung: Die Versorgung von Anaphylaxiepatienten wird als positiv bewertet, es gibt jedoch erhebliche Defizite in der weiterführenden Diagnostik, der Verschreibung von Notfallmedikamenten und in der Schulung. Die weitere Forschung zur kardiovaskulären Beteiligung bei Anaphylaxie sowie zu möglichen neuen therapeutischen Ansatzpunkten ist erforderlich.

LNSLNS

Die Anaphylaxie ist die Maximalvariante einer allergischen Sofortreaktion und stellt die häufigste und oft lebensbedrohliche Notfallsituation in der Allergologie dar. Anders als für Heuschnupfen, Asthma und atopisches Ekzem (Neurodermitis) gibt es wenige zuverlässige epidemiologische Studien zur Häufigkeit anaphylaktischer Reaktionen (1).

Hintergrund

Zusammen mit der allgemeinen Zunahme allergischer Erkrankungen in der Bevölkerung sind auch anaphylaktische Reaktionen häufiger geworden, nicht nur in Europa (24), sondern auch in den USA und in Asien (57), so zum Beispiel von 16/100 000 Personenjahren im Jahr 2008 auf 32/100 000 Personenjahre in 2014 (5). Bei einer Gesamthäufigkeit im Zeitraum von 2001 bis 2010 von 42/100 000 Personenjahren beobachteten Lee et al. einen jährlichen Anstieg um 4,3 %, bei nahrungsmittelinduzierter Anaphylaxie um 9,8 % (6).

Zugenommen haben insbesondere die nahrungsmittelinduzierten Anaphylaxien im Kindesalter, zum Beispiel von 41/100 000 Notfallaufnahmen im Jahr 2007 auf 72/100 000 im Jahr 2012 (7).

Oft reagieren auch Patienten mit allergischer Rhinitis („Heuschnupfen“) auf Allergene, die sowohl in Nahrungsmitteln als auch in Pollenkörnern enthalten sind („pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien“).

Ein klassisches Beispiel sind Birkenpollenallergiker, die auch auf Haselnüsse anaphylaktisch reagieren können, weil sie IgE-Antikörper gegen das Hauptallergen der Birke Bet v 1 entwickelt haben, das sich in zahlreichen Nahrungsmitteln findet.

Reaktionen gegen Bet-v-1-homologe Proteine sind insgesamt häufig, führen aber eher selten zu schweren Reaktionen (8).

Angesichts der zahlreichen Auslöser und der vielfältigen Möglichkeiten der Exposition im Laufe des Lebens ergeben sich Schätzungen von einer 0,3- bis 15-%- igen Lebenszeitprävalenz bei Anaphylaxie in der Bevölkerung, wobei auch leichtere Reaktionen wie exogen ausgelöste akute Urtikaria in manchen Studien eingeschlossen wurden (911).

Methodik

Auf der Basis der vorliegenden Leitlinien von 2007 und 2014 wurde eine selektive Literaturrecherche bei PubMed mit den Suchbegriffen „anaphylaxis treatment“, „allergic shock“, „adrenaline“ und „epinephrine“ für den Zeitraum 1. 1. 2012 bis 30. 9. 2017 durchgeführt. Außerdem wurde auf eigenständig gesammelte Literatur zurückgegriffen.

Klinische Symptomatik

Die anaphylaktischen Reaktionen gehen mit einer Vielzahl von Symptomen an unterschiedlichen Organen einher, die zum Teil hintereinander, zum Teil gleichzeitig – aber nicht zwangsläufig immer in gleicher Ausprägung – auftreten.

Am häufigsten (in 80–90 % der Fälle) beginnen die Reaktionen mit subjektiven Allgemeinsymptomen und Hauterscheinungen (zum Beispiel Urtikaria 62 %, Angioödem 53 %), manchmal mit Kribbelgefühl an Handflächen und Fußsohlen. Im Fortschreiten treten dann bei 24 % der Betroffenen im Magen-Darm-Trakt Nausea auf, in 16 % der Fälle kolikartige Schmerzen, bei 27 % Erbrechen und in 5 % der Fälle Diarrhö 5 %.

Bei 49 % der Patienten sind die Atemwege betroffen. Sie leiden unter Dyspnoe, entweder in Form einer Verengung der oberen Luftwege im Sinne eines Larynxödems oder als asthmatische Bronchokonstriktion (35 %).

Die Anaphylaxie kann Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben, beispielsweise mit Tachykardie und Blutdruckschwankung in bis zu 42 % der Fälle. Diese können so weitreichend sein, dass sie bis hin zum anaphylaktischen Schock führen können (1215) (Kasten).

Wichtigste Symptome der Anaphylaxie
Wichtigste Symptome der Anaphylaxie
Kasten
Wichtigste Symptome der Anaphylaxie

Bei ein und demselben Patienten können Anaphylaxien in unterschiedlicher Intensität ablaufen, was in einer Einteilung in klinische Schweregrade berücksichtigt wird (16, 17).

Pathophysiologie

Während der Auslösephase der Anaphylaxie sind Mastzellen und basophile Leukozyten von zentraler Bedeutung, die hochaktive Mediatorsubstanzen freisetzen. Die bekannteste Substanz ist Histamin (18). Daneben spielen Eikosanoide, wie Leukotriene und Prostaglandine, aber auch der plättchenaktivierende Faktor (PAF) eine wichtige, zum Teil noch nicht völlig geklärte Rolle.

Neben der Aktivierung durch Antikörper kann die Anaphylaxie auch nichtimmunologisch durch direkte Mediatorfreisetzung oder Komplementaktivierung hervorgerufen werden.

Die Ursachen für einen letalen Ausgang sind meist (19, 20):

  • Kreislaufschock
  • kardiogener Schock durch Herzversagen (auch Arrhythmie, Myokardinfarkt)
  • Obstruktion der oberen Luftwege (Larynxödem)
  • schwerer Asthmaanfall mit Bronchokonstriktion.

Auslöser und Allergene

Die wichtigsten Anaphylaxieauslöser bei Erwachsenen sind Insektengifte, Nahrungsmittel und Arzneimittel, im Kindesalter sind es Nahrungsmittel (Tabelle 1).

Häufigste Auslöser der Anaphylaxie
Häufigste Auslöser der Anaphylaxie
Tabelle 1
Häufigste Auslöser der Anaphylaxie

Daneben sind sogenannte unspezifische Summations-/Augmentationsfaktoren von Bedeutung, wenn es nur nach gleichzeitigem Einwirken anderer, oft unspezifischer Faktoren plus Allergenkontakt zur Reaktion kommt (1, 2124) wie zum Beispiel:

  • körperliche Anstrengung
  • Medikamentengabe (Azetylsalizylsäure, Betablocker, ACE(„angiotensin converting enzyme“)-Hemmer und andere)
  • akuter Infekt
  • psychischer Stress
  • Alkoholgenuss
  • gleichzeitige Exposition gegenüber verschiedenen Allergenen.

Akutbehandlung

Die Grundlagen der Notfallbehandlung sind in nationalen und internationalen Leitlinien beschrieben (14, 25, 26).

Allgemeine Maßnahmen

Die allgemeinen Maßnahmen umfassen:

  • Unterbrechung der Allergenzufuhr
  • symptomgerechte Lagerung
  • Vitalzeichendiagnostik
  • rasches Legen eines intravenösen Zugangs mit Volumengabe bei Bedarf
  • Sauerstoff und gegebenenfalls die sachgerechte kardiopulmonale Reanimation (27).

Medikamentöse Therapie

In der Pharmakotherapie der Anaphylaxie ist Adrenalin von zentraler Bedeutung. Antihistaminika (H1-Antagonisten) werden bei leichten Reaktionen, Glukokortikosteroide zur Verhinderung von Spätphasenreaktionen eingesetzt.

Adrenalin (im angelsächsischen Sprachraum Epinephrin) ist seit über 100 Jahren im Einsatz. Es besteht Konsens, dass Adrenalin in der Anaphylaxiebehandlung wirksam ist, auch wenn im Sinne der evidenzbasierten Medizin placebokontrollierte prospektive Studien fehlen, die ethisch auch nicht vertretbar wären (14, 26).

Wirkmechanismus von Adrenalin

Adrenalin ist eines von drei endogenen Katecholaminen, das zusammen mit Noradrenalin im Nebennierenmark gebildet und wie Kortison bei Stress freigesetzt wird. Zusammen mit anderen blutdrucksteigernden Systemen – zum Beispiel das Renin-Angiotensin-System – ist dies die Basis für das häufige spontane Abklingen von Symptomen. Adrenalin bindet an Katecholaminrezeptoren, die Spezifität ist aber dosisabhängig: im niedrigem Dosisbereich überwiegen Beta-1- und Beta-2-Rezeptoreneffekte, nur im mittleren sind die durch Alpha- und Betarezeptoren vermittelten Effekte ausgeglichen. Im höheren Dosisbereich spielt die durch Alpharezeptoren vermittelte Vasokonstriktion die größere Rolle (Tabelle 2) (28).

Pharmakologische Effekte von Adrenalin in der Anaphylaxiebehandlung
Pharmakologische Effekte von Adrenalin in der Anaphylaxiebehandlung
Tabelle 2
Pharmakologische Effekte von Adrenalin in der Anaphylaxiebehandlung

Aufgrund dieser Wirkungen wird Adrenalin auch bei nichtallergischen Zuständen eingesetzt, zum Beispiel zur Vasokonstriktion bei örtlichen Operationen, zur Behandlung von Postintubationsstörungen und bei Krupp- oder Pseudokrupp.

Die antianaphylaktische Wirkung von Adrenalin beruht vor allem auf der Stimulation von Alpha- und Betarezeptoren. Über die Alphaadrenozeptoren kommt es zu einer Vasokonstriktion im Bereich der präkapillären Arteriolen von Haut, Schleimhäuten und Niere sowie zur Kontraktion der glatten Muskulatur im venösen Gefäßbett, was zur Erhöhung des peripheren Gefäßwiderstandes und des Blutdrucks führt. Sekundär vermindern sich die durch die erhöhte Gefäßpermeabilität entstandenen Gewebsödeme (29). Gleichzeitig dilatiert Adrenalin über Beta-2-Adrenozeptoren die Bronchien und die Gefäße insbesondere in der Skelettmuskulatur.

Die Stimulation der Betaadrenozeptoren führt zu einer Steigerung der Herzfrequenz und Herzmuskelkontraktilität bei gleichzeitiger Erweiterung der Koronararterien. So kommt es zu einer Steigerung des Herzminutenvolumens, allerdings bei erhöhtem Sauerstoffverbrauch. Durch die verstärkte Herzleistung steigt der systolische Blutdruck an. Adrenalin kann in höheren Konzentrationen sowie bei sehr schneller Anflutung (zum Beispiel bei intravenöser Gabe) arrhythmogen wirken. In hohen Konzentrationen kann die kontrahierende Wirkung der α-Rezeptoren auf die Koronargefäße gegenüber der dilatierenden Wirkung der Beta- 2-Adrenozeptoren überwiegen und zu Herzmuskelnekrosen führen (28, 30). Über die Aktivierung von Beta-2-Rezeptoren und Erhöhung von intrazellulärem zyklischen Adenosin-Monophosphat (cAMP) wird die Mediatorfreisetzung aus Effektorzellen herunterreguliert.

Die Wirkungen von Adrenalin auf die verschiedenen Rezeptoren sind dosisabhängig und werden durch unspezifische andere Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel Hypoxie, Azidose, Alter oder Chronizität der Stimulierung (28, 30, 31).

Adrenalin antagonisiert wesentliche pathogenetische Mechanismen, die in der Entstehung und Ausprägung einer Anaphylaxie beteiligt sind:

  • Hypovolämie durch periphere Vasodilatation und Versacken von Volumen im Gewebe
  • Ateminsuffizienz durch Bronchokonstriktion oder Schleimhautödem im Bereich der oberen Luftwege
  • Herzversagen durch die negativ inotrope Wirkung von Mediatorsubstanzen.

Andere Katecholamine

Noradrenalin oder Dopamin werden unter intensivmedizinischen Bedingungen vereinzelt bei schweren Reaktionen eingesetzt, insbesondere wenn eine erhöhte Alphaadrenozeptorwirkung mit blutdrucksteigerndem Effekt gewünscht ist (26).

Applikation von Adrenalin

Adrenalin kann über verschiedene Wege gegeben werden (Tabelle 3) (26, 3234, e1e3). Die Applikationsform von Adrenalin richtet sich nach dem Schweregrad und dem Umfeld des anaphylaktischen Ereignisses. Die intravenöse Applikation – über viele Jahrzehnte als Methode der Wahl empfohlen – bleibt vorwiegend der intensivmedizinischen Situation vorbehalten. Sie erfolgt als verdünnte Lösung einer Ausgangskonzentration von 1 mg/mL (Handelspräparat Suprarenin in einer Verdünnung von 1:10, auch 1:100) und vorsichtige langsame Gabe unter Puls-/Blutdruckmonitoring.

Applikationswege von Adrenalin und damit verbundene Vor- und Nachteile in der Behandlung der Anaphylaxie
Applikationswege von Adrenalin und damit verbundene Vor- und Nachteile in der Behandlung der Anaphylaxie
Tabelle 3
Applikationswege von Adrenalin und damit verbundene Vor- und Nachteile in der Behandlung der Anaphylaxie

Die meisten anaphylaktischen Notfälle ereignen sich außerhalb von Krankenhaus oder Arztpraxis, zum Beispiel durch Insektenstiche oder Nahrungsmittel. In dieser Situation ist die sofortige intramuskuläre Applikation von Adrenalin am besten mit einem Autoinjektor (0,15–0,5 mg) die Methode der Wahl. Die Injektion erfolgt in die Außenseite des Oberschenkels (M. vastus lateralis). Bei Nichtansprechen kann die Injektion in Abhängigkeit von Wirkung und Nebenwirkungen alle 10–15 Minuten wiederholt werden.

Pharmakokinetische Untersuchungen zeigen, dass es nach intramuskulärer Applikation sehr schnell zu ausreichenden Adrenalin-Plasmaspiegeln kommt. Diese systemische Verfügbarkeit erfolgt wesentlich schneller als nach inhalativer oder subkutaner Gabe (34, 37). Gleichzeitig ist die Gefahr von Überdosierungen und damit das Risiko schwerer kardialer Nebenwirkungen geringer als nach intravenöser Anwendung.

Es existieren leider keine prospektiven kontrollierten Studien zur klinischen Wirksamkeit in der Notfallsituation. In einer systematischen Übersicht der bestehenden Evidenz haben Dhami et al. einige, von ihnen als nicht sehr stark eingeschätzte Hinweise für eine Wirksamkeit von Adrenalin in Registern und Fallserien gefunden (16, e1, e4). Sie weisen aber auch darauf hin, dass es angesichts der methodischen Schwierigkeiten, die Behandlung des anaphylaktischen Schocks zu untersuchen, vermutlich auch in absehbarer Zeit keine bessere Evidenz geben wird. Es ist allerdings auch klar, dass man selbst nach Gabe von Adrenalin an einem anaphylaktischen Schock versterben kann (e5). Ebenso existiert kein sicherer Zusammenhang zwischen der Schwere der anaphylaktischen Reaktion und dem Ausmaß früherer Anaphylaxien. Trotz der positiven Hinweise und der Plausibilität eines Effekts von Adrenalin setzt sich die intramuskuläre Adrenalin-Applikation in Deutschland nur langsam durch; selbst bei schweren Reaktionen (Grad III und IV [26]) wird Adrenalin nur in 20 % der Fälle als Erstmaßnahme gegeben (Grafik).

„First-line“-Behandlung mit intramuskulärer Adrenalingabe bei Patienten mit schwerer Anaphylaxie (Grad III und IV nach [26]) in den Jahren 2014–2016
„First-line“-Behandlung mit intramuskulärer Adrenalingabe bei Patienten mit schwerer Anaphylaxie (Grad III und IV nach [26]) in den Jahren 2014–2016
Grafik 1
„First-line“-Behandlung mit intramuskulärer Adrenalingabe bei Patienten mit schwerer Anaphylaxie (Grad III und IV nach [26]) in den Jahren 2014–2016

Dosierung

Ebenso wenig wie kontrollierte Wirksamkeitsstudien liegen Dosisfindungsstudien vor. In den Handbüchern werden Dosierungen zwischen 300 und 600 µg/Person bei Erwachsenen, was circa 5–10 µg/kg Körpergewicht entspricht, bei Kindern 10 µg/kg Körpergewicht. Es hat sich bei Erwachsenen bewährt, mit 300 µg zu starten – bei Kindern (7,5–25 kg Körpergewicht) mit 150 μg – und die weitere Dosierung der Entwicklung der klinischen Symptomatik anzupassen.

Bei hohem Körpergewicht (> 100 kg) kann mit der Erstdosis von 500 µg begonnen werden. Auch die Nadellänge ist von Bedeutung, um eine Injektion in eine zu dicke Fettgewebsschicht zu vermeiden und den Muskel zu erreichen.

Die Adrenalin-Wirkung kann innerhalb von wenigen Minuten schnell beurteilt werden. Die therapeutische Breite ist gering. Die Adrenalin-Wirkungen werden vom Patienten unmittelbar wahrgenommen und können zu Angstzuständen, Unruhe, Herzklopfen, Blässe, Zittern und Kopfschmerz führen. Diese Symptome sind mit dem gewünschten therapeutischen Effekt von Adrenalin verbunden; das muss der Patient für die Selbstmedikation wissen.

Die Gefahr von Adrenalin-Überdosierung oder -Nebenwirkungen ist im Kindesalter gering, bei Erwachsenen und älteren Patienten mit kardiovaskulären Grunderkrankungen jedoch unbedingt zu berücksichtigen (e3). Andererseits sind gerade Patienten mit koronarer Herzkrankheit durch anaphylaktische Reaktionen auch besonders gefährdet; ein ausreichender Perfusionsdruck im Koronarkreislauf gelingt oft nur durch gleichzeitige Gabe von Volumen und Vasokonstriktion (e3).

Adrenalin-Autoinjektor zur Selbstmedikation

Nach erfolgreicher Akutbehandlung einer Anaphylaxie ist die Prophylaxe wichtigstes Therapieziel. Dies erfordert einen informierten Patienten, eine adäquate Allergiediagnostik zur Ermittlung des Auslösers und ein „Notfallset zur Soforthilfe“ zur Selbstmedikation, bis ein Notarzt tätig wird.

Herzstück dieses Notfallsets ist der Adrenalin-Autoinjektor (32, 33, 35) . Hierbei handelt es sich um einen für die Anwendung durch den medizinischen Laien konzipierten vordosierten Injektions-Pen (in den USA „Epinephrin-Pen“). Bei korrekter Handhabung – die eingehend erlernt werden muss – entlädt der Pen über eine automatisch hervortretende Nadel die Adrenalin-Lösung in den Muskel. Zurzeit sind sind in Deutschland drei unterschiedliche Präparate verfügbar, die sich in Dosis, Nadellänge und Auslösemechanismus unterscheiden.

Die Handhabung der verschiedenen Autoinjektoren ist unterschiedlich: Entweder wird nur eine Schutzkappe über der Nadel oder zusätzlich eine Sicherungskappe vom gegenüberliegenden Ende des Stiftes abgenommen. Dies muss an „Dummies“ trainiert werden (36, 37, e6, e7). Deshalb sind auch die Handelsnamen wichtig, und es darf keinesfalls zu einem beliebigen Austausch wie bei Generikapräparaten kommen (38, 39).

Es ist nicht möglich, über Rabattverträge einen verordneten Autoinjektor durch einen anderen ohne Einwilligung des verordnenden Arztes zu ersetzen.

Auch der Umgang mit der Angst in der Notfallsituation kann trainiert werden. Dies überschreitet bei weitem den verfügbaren Zeitrahmen eines Arzt-Patienten-Gesprächs. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft „Anaphylaxie Training und Edukation“ (AGATE e. V., gemeinnütziger Verein ohne kommerzielle Interessen) ein standardisiertes, qualitätskontrolliertes Edukationsprogramm „Anaphylaxieschulung“ entwickelt, das von speziell trainierten Experten deutschlandweit angeboten wird (www.anaphylaxieschulung.de). Dies ist die einzige Schulung, deren Wirksamkeit durch eine prospektive, randomisierte Studie evaluiert (40) wurde; sie wird von einigen Krankenkassen auf Antrag übernommen.

Für Patienten ist die Vermeidung des Allergieauslösers zentral, was – insbesondere bei Lebensmittelallergien – schwierig sein kann und die Mithilfe einer allergologisch spezialisierten Ernährungsfachkraft erfordert (Liste beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V., www.daab.de).

Probleme

Aktuelle Schwierigkeiten mit dem Adrenalin-Autoinjektor betreffen die Verfügbarkeit, zum Beispiel in Kindergarten/Schule; oft werden zwei Autoinjektoren verordnet, auch nach Empfehlung der European Medicines Agency (36).

Nach unserer Meinung gibt es besondere Indikationen für die Verordnung eines zweiten Adrenalin-Autoinjektors (16, 26, 32, e8):

  • hohes Körpergewicht
  • besonderes Risiko für Anaphylaxie (zum Beispiel Mastozytose)
  • sehr schwere Anaphylaxie in der Vorgeschichte
  • große Entfernung zwischen Wohnraum und medizinischer Erstversorgung
  • Kindesalter (Kindergarten/Schule)

Adrenalin kann in wässriger Lösung eine chemische Instabilität zeigen, selbst bei niedrigem pH und mit Sulfit.

Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums sinkt die Wirksamkeit der Adrenalin-Lösung langsam, auch wenn klar und farblos. Steht kein anderer Autoinjektor zur Verfügung, kann auch eine solche Lösung appliziert werden (27, e9).

Die Behandlung von Patienten unter Betablockertherapie ist kompliziert (e3), weil hier Adrenalin die herunterregulierten Rezeptoren nicht in ausreichender Menge erreicht. Im Akutfall wird die intravenöse Gabe von Glukagon zur Aufregulation der Betaadrenozeptoren empfohlen. Die Gabe von Adrenalin in der Schwangerschaft wird in den meisten Leitlinien bei Anaphylaxie empfohlen (26, e10).

Das Hauptproblem für viele Betroffene ist, dass ihnen kein Adrenalin-Autoinjektor verschrieben wird. Eine Studie aus Belgien zeigt, dass in einem großen Krankenhaus zwar die Akutbehandlung hervorragend ablief, aber lediglich 9 % der Anaphylaktiker eine Aufforderung zur Allergiediagnostik erhielten oder einen Adrenalin-Autoinjektor (33). Ganz ähnliche Daten wurden 1995 in München anhand der Notarzteinsätze erfasst. Damals wurden circa 70 Patienten mit schwerer Anaphylaxie nach Insektenstichen hervorragend akut behandelt – alle überlebten, aber nur 10 % erhielten Informationen für das weitere Management oder ein Notfallset (e11).

Glukokortikoide und Antihistaminika haben ihren Platz bei leichten (Grad I-)Reaktionen (26, e9, e11).

Resümee

Die Versorgung von Anaphylaxiepatienten ist insgesamt positiv. Es bestehen jedoch erhebliche Lücken in der weiterführenden Diagnostik, der Verschreibung von Notfallmedikamenten sowie Instruktion und Schulung (e4). Die Situation gibt Anlass, die Ärzteschaft auf das Anaphylaxieproblem und insbesondere die Möglichkeit der intramuskulären Gabe mittels Adrenalin-Autoinjektor zur Selbstmedikation von Betroffenen und die damit verbundene notwendige Beratung hinzuweisen.

Danksagung

Interessenkonflikt
Prof. Ring wurde honoriert für Beratertätigkeiten von Alk, HAL, Meda Pharma und Mylan.

Prof. Klimek wurde für Beratertätigkeiten honoriert vom Mylan.

Prof. Worm erhielt Honorare für Beratertätigkeiten und für wissenschftliche Vorträge von Meda Pharma, Allergopharma und ALK-Abelló.

Manuskriptdaten
eingereicht: 16. 5. 2017, revidierte Fassung angenommen: 3. 5. 2018

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München
johannes.ring@tum.de

Zitierweise
Ring J, Klimek L, Worm M: Adrenaline in the acute treatment of anaphylaxis.
Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 528–34. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0528

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
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Zusatzmaterial
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Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München: Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring
Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden: Prof. Dr. med. Ludger Klimek
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsmedizin Charité Berlin: Prof. Dr. med. Margitta Worm
Wir danken für die Unterstützung und Expertise bei der Erstellung des Manuskriptes: Beyer K. (Berlin), Biedermann T. (München), Brockow K. (München), Fischer J. (Tübingen), Jung K. (Erfurt), Kopp M.V. (Lübeck), Lange L. (Bonn), Niggemann B. (Berlin), Rietschel E. (Köln), Schnadt S. (Mönchengladbach).
„First-line“-Behandlung mit intramuskulärer Adrenalingabe bei Patienten mit schwerer Anaphylaxie (Grad III und IV nach [26]) in den Jahren 2014–2016
„First-line“-Behandlung mit intramuskulärer Adrenalingabe bei Patienten mit schwerer Anaphylaxie (Grad III und IV nach [26]) in den Jahren 2014–2016
Grafik 1
„First-line“-Behandlung mit intramuskulärer Adrenalingabe bei Patienten mit schwerer Anaphylaxie (Grad III und IV nach [26]) in den Jahren 2014–2016
Wichtigste Symptome der Anaphylaxie
Wichtigste Symptome der Anaphylaxie
Kasten
Wichtigste Symptome der Anaphylaxie
Häufigste Auslöser der Anaphylaxie
Häufigste Auslöser der Anaphylaxie
Tabelle 1
Häufigste Auslöser der Anaphylaxie
Pharmakologische Effekte von Adrenalin in der Anaphylaxiebehandlung
Pharmakologische Effekte von Adrenalin in der Anaphylaxiebehandlung
Tabelle 2
Pharmakologische Effekte von Adrenalin in der Anaphylaxiebehandlung
Applikationswege von Adrenalin und damit verbundene Vor- und Nachteile in der Behandlung der Anaphylaxie
Applikationswege von Adrenalin und damit verbundene Vor- und Nachteile in der Behandlung der Anaphylaxie
Tabelle 3
Applikationswege von Adrenalin und damit verbundene Vor- und Nachteile in der Behandlung der Anaphylaxie
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