ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2018Vergütung: Zukunft existiert schon
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Kaum einer im deutschen Gesundheitswesen will ernsthaft eine sektorenübergreifende Versorgung (SÜV). Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) verteidigt ihren ambulanten Sektor, die Krankenhausverbände kämpfen um das Wohl des stationären Sektors, dazwischen gibt es das kleine unterstützerlose Belegarztwesen und eine Politik, die eigentlich nur Geld sparen will, indem sie nimmermüde nach Möglichkeiten sucht, den beiden Sektoren finanziell den Hahn abzudrehen. Beim Thema SÜV gibt es seit 30 Jahren keine Annäherung, dennoch lässt sich das Thema prima dazu nutzen, die Sektoren immer neu mit tendenziösen Gutachten oder Studien gegeneinander auszuspielen.

So geht es bei der aufkeimenden Debatte um die SÜV und beim Etablieren einer diesbezüglichen Bund-Länder-Arbeitsgruppe leider wieder einmal nicht um das Schaffen oder das Weiterentwickeln einer sinnvollen Versorgungsstruktur (dafür müsste man Geld in die Hand nehmen), sondern allein um das finanzielle Blutenlassen eines der beiden Sektoren (diesmal soll der stationäre Sektor der Verlierer sein).

Völlig unbeachtet bleibt die Tatsache, dass in Deutschland bereits eine sektorenübergreifende Versorgung existiert: das Belegarztwesen. Dieses funktioniert seit Jahrzenten, ist juristisch im Gesundheitssystem verankert und verfügt sogar über ein eigenes DRG-System. Das Belegarztwesen verdient in der SÜV-Debatte als einzige bundesweit etablierte sektorenübergreifende Versorgungsform eigentlich allergrößte Beachtung, wird im Artikel jedoch mit keinem Wort erwähnt. Eine lesenswerte Erörterung findet sich im Internet (Ursula Hahn „Vor- und Nachteile des Belegarztwesens“, 2017).

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Dr. med. Christoph Murrenhoff, 57462 Olpe

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