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Dtsch Arztebl 2018; 115(31-32): A-1443

EB; is; DJB

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Einschränkung der Indikation zur Behandlung des Urothelkarzinoms mit Atezolizumab – Vorläufige Daten einer laufenden klinischen Studie zur Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms zeigen ein verringertes Überleben bei einer Monotherapie mit Atezolizumab verglichen mit einer platinbasierten Chemotherapie bei Patienten, deren Tumoren eine niedrige PD-L1-(programmed cell death ligand 1-)Expression zeigen (< 5 % der Immunzellen mit positiver Färbung für PD-L1).

  • Die Indikation von Atezolizumab zur Erstlinienbehandlung des Urothelkarzinoms bei Patienten, die für eine Behandlung mit Cisplatin ungeeignet sind, wird daher eingeschränkt: Es darf zur Erstlinienbehandlung nur noch angewendet werden, wenn der Patient eine hohe PD-L1-Expression aufweist (≥ 5 %).

Die Anwendung von Atezolizumab nach vorheriger Chemotherapie bleibt unverändert.

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Atezolizumab (Tecentriq®, Roche) wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Uro-thelkarzinoms sowie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms. EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen
Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 38–2018

Einschränkung des Anwendungsgebiets von Pembrolizumab – Pembrolizumab (Keytruda®, MSD) wird als Monotherapie zur Behandlung verschiedener maligner Erkrankungen angewendet, unter anderem zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms.

Vorläufige Daten einer laufenden klinischen Studie zur Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms zeigten ein verringertes Überleben unter der Monotherapie mit Pembrolizumab im Vergleich zu Standardchemotherapie bei Patienten, deren Tumoren eine schwache Expression des Proteins „programmed cell death ligand 1“ (PD-L1) aufwiesen (kombinierter positiver Score [CPS] < 10).

  • Die Indikation von Pembrolizumab zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen, die für eine cisplatinbasierte Therapie nicht geeignet sind, wird daher eingeschränkt auf Patienten, deren Tumoren PD-L1 mit einem CPS ≥ 10 exprimieren.
  • Das Anwendungsgebiet von Pembrolizumab zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms nach vorheriger platinbasierter Therapie bleibt unverändert. Andere zugelassene Anwendungsgebiete von Pembrolizumab sind nicht betroffen. EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen
Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 39–2018

Neue europäische Blutdruck-Leitlinie: Therapiebeginn mit Fixkombination – Die neue europäische Leitlinie zur Diagnose und Behandlung des Bluthochdrucks folgt nicht den umstrittenen Hypertonie-Zielwerten der amerikanischen Guidelines, sondern klassifiziert systolischen/diastolischen Blutdruck von 130–139/
85–89 mmHg nach wie vor als „hoch-normalen“ Blutdruck. Als optimal gilt noch immer ein Blutdruck < 120/80 mmHg, Hypertonie beginnt ab 140/90 mmHg mit den Stadien 1–3.

Neu ist die Empfehlung, die Initialtherapie bei den meisten Patienten mit Fixdosis-Kombinationen aus RAS-Blockern und Diuretika oder Kalzium-Antagonisten zu beginnen, wenn Lebensstiländerungen nicht zum Ziel führen. Die initiale Mono- oder Stufentherapie der Hypertonie hat somit ausgedient. Ausgenommen von dieser Empfehlung sind sehr alte Hypertoniker und solche mit Stadium-I-Hypertonie ohne sonstige Risikofaktoren.

Der Start mit Perindopril/Amlodipin 3,5/2,5 mg (Viacoram®, Servier) ist unter Praxisbedingungen effizient und gut verträglich. In einer nichtinterventionellen Studie (n = 1 770 ambulante Hypertoniepatienten) konnte mit der fixen Kombination der in der Praxis gemessene Blutdruck im Mittel von 164/95 auf 134/80 mmHg gesenkt werden, und zwar zuverlässig über 24 Stunden. Bei 69 % der Patienten war der Blutdruck innerhalb von 3 Monaten unter Kontrolle. djb

Neue ESC/ESH Leitlinie: Sprint zu neuen Zielwerten? Veranstalter: Servier

Patienteninitiative für mentale Unterstützung Es werde zwar viel über die Involvierung von Patienten gesprochen, aber auf das mentale Trauma von Betroffenen und ihnen nahestehenden Personen werde kaum eingegangen. Diese Erfahrung machte Fabian Bolin, nachdem bei ihm selbst Krebs diagnostiziert wurde, und setzte sie in einen Blog um, der globales Interesse fand. Seit der Diagnose im Jahr 2015 gingen mehr als 100 000 Resonanzen ein. Mit der Idee, Patienten ihre Geschichten erzählen zu lassen, eröffnete Bolin die Plattform WarOnCancer (www.war
oncancer.com) und arbeitet nun an der WarOnCancer-App.

Auch in der Forschung des Karolinska Instituts in Stockholm werden Real-World-Data großgeschrieben. Aufgrund der guten staatlichen Dokumentation kommen 10 % der weltweiten Registerstudien aus Skandinavien. Janssen Oncology, die unter anderem für die optimale Durchführung von klinischen Studien daran interessiert sind, die Bedürfnisse der Patienten zu kennen, arbeiten bereits seit 2015 mit dem Karolinska-Institute for Advanced Real-World Data Analysis zusammen und unterstützen jetzt auch WarOnCancer.

Ziel der Patientenplattform sei es auch, sich nicht als Opfer, sondern als Helden zu verstehen, erklärte Bolin. Der eigene Krankheitsverlauf kann mit der professionellen Unterstützung die Wissenschaft für andere Betroffene vorantreiben. is

Patient Powered Research: A New Frontier in Cancer? Veranstalter: Janssen Oncology

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