ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2018Randnotiz: Deutlicher Fehlgriff
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Der GKV-Spitzenverband hat mit einer zum #WorldEmojiDay getwitterten Emoji-Liste zu Krankheiten eine Welle der Empörung ausgelöst. Besondere Aufregung gab es um Adipositas, das in der Liste als „Schwein“ dargestellt wurde. Ähnlich kritisch wurden Emojis zum positiven (ein weinendes Emoji) und negativen Schwangerschaftstest (ein erleichtertes Emoji) aufgenommen. Prof. Dr. med. Stephan Achenbach, Chairman, Department of Cardiology an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, bezeichnete den Tweet als „völlig unangebracht, geschmacklos und verachtend“. Dieser zeuge von Unverständnis und fassungsloser Gleichgültigkeit Kranken gegenüber. Mit seiner Meinung steht er nicht alleine. Die Reaktionen auf dem Kurznachrichtendienst waren zahlreich. „Ein Schwein als Emoji für #Adipositas ist unfassbar unsensibel. Wie wäre es, wenn der @GKV_SV sich am Kampf gegen die Stigmatisierung krankhaft adipöser Patienten beteiligt?“, twitterte etwa der BVMed. Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel erklärte auf dem Kurznachrichtendienst: „Manchmal ist das Eis zwischen ‚lustig‘ und ‚peinlich‘ sehr dünn – gerade im Sommer.“ Andere User sprachen von einer Geschmacklosigkeit und forderten eine Entschuldigung. Das tat der GKV-Spitzenverband dann auch. Man habe sich „humorvoll“ am #WorldEmojiDay beteiligen wollen. „Dabei haben wir leider gründlich danebengegriffen“, erklärte Sprecher Florian Lanz dem Deutschen Ärzteblatt. Er wies darauf hin, dass die grafische Aufbereitung der Gesundheits-Emoji-Interpretation seit Jahren im Netz kursiert. Den Tweet hat der Kassenverband inzwischen gelöscht.

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