ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2018Hepatologie: Alkoholerkrankung nicht erwähnt
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... Obwohl die häufigste Lebererkrankung in der Bundesrepublik Deutschland sowie in Europa die alkoholische Lebererkrankung ist, wird das Wort alkoholische Lebererkrankung nicht ein einziges Mal in diesem Artikel erwähnt. In Europa sterben jährlich circa eine halbe Million Menschen an den Folgen einer alkoholischen Lebererkrankung, in Deutschland sind es mindestens 20 000. Aufgrund der beängstigenden Zunahme der alkoholischen Lebererkrankung hat die European Associa-tion for the Study of the Liver (EASL) eine besondere Sektion, nämlich Studies on Alcoholic Liver Disease in Europe (SALVE) ins Leben gerufen, um Prävention, Diagnostik und Therapie der alkoholischen Lebererkrankung in Europa zu verbessern.

Es sind nicht nur die zwei Millionen Alkoholabhängigen in Deutschland, denen eine Leberzirrhose droht, es sind weitere fünf bis zehn Millionen Menschen, die zu viel Alkohol trinken und deren modifizierende Faktoren ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer alkoholischen Lebererkrankung darstellten. Sowohl genetische als auch nicht genetische Faktoren wie Übergewicht, weibliches Geschlecht, andere zugrunde liegende Lebererkrankungen wie Hepatitis B, C, Hämochromatose und NASH, zusätzliche Medikamentenzufuhr, Rauchen und Alter erhöhen das Risiko für eine alkoholische Lebererkrankung. Es ist nicht nur schade, sondern ein elementares Defizit, dass in dem Übersichtsartikel des Deutschen Ärzteblatt diese wichtigste Lebererkrankung in Deutschland und in Europa nicht zur Sprache gebracht wird, zumal neue therapeutische Ansätze sowohl zur Behandlung der Alkoholkrankheit als auch in der Behandlung der alkoholischen Lebererkrankung, insbesondere der alkoholischen Hepatitis, zur Verfügung stehen oder in Erprobung sind.

Prof. Dr. med. Helmut K. Seitz, Prof. Dr. Sebastian Mueller, 69121 Heidelberg

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