ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2018Opfer von Gewalttaten: Zweite Traumaambulanz in Berlin

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Opfer von Gewalttaten: Zweite Traumaambulanz in Berlin

PP 17, Ausgabe August 2018, Seite 341

dpa

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Seit einigen Wochen gibt es in der Friedrich-von-Bodelschwingh-Klinik in Berlin eine zweite Traumaambulanz, an die sich Opfer von Gewalttaten wenden können. Die erste Einrichtung dieser Art hatte 2012 im St.-Hedwig-Krankenhaus die Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, Opfer schnell psychotherapeutisch zu versorgen, um chronischen Belastungsstörungen und anderen psychischen Spätfolgen vorzubeugen. Das sieht das Opferschutzgesetz vor. Die neue Traumaambulanz beschäftigt fünf Psychologen mit traumatherapeutischer Zusatzausbildung in Teilzeit.

Behandelt werden in der Traumaambulanz Menschen, die zum Beispiel überfallen, beraubt, vergewaltigt oder als Geisel genommen wurden. „Für die Ausweitung des Angebots spricht, dass sich eine zunehmende Nachfrage abzeichnet“, erklärt der Leiter der Einrichtung, Priv.-Doz. Dr. med. Olaf Schulte-Herbrüggen. Er wies darauf hin, dass man mit der bisherigen Ausstattung schnell an die Grenzen komme bei Vorfällen wie dem Terroranschlag am Breitscheidplatz, bei dem zwölf Menschen starben und mehr als 70 verletzt wurden. Mit 100 bis 200 Menschen pro Jahr habe bislang nur ein relativ kleiner Teil der Berliner Gewaltopfer versorgt werden können, sagte Schulte-Herbrüggen. Mit der neuen Anlaufstelle bessere sich insbesondere die wohnortnahe Versorgung im Süden und Westen der Stadt. Für Kinder und Jugendliche gibt es eine separate Ambulanz. Rund ein Viertel der Patienten sind Männer.

Die Traumaambulanzen haben einen anderen Fokus als die Gewaltschutzambulanz der Charité – dort geht es primär darum, Verletzungen rechtsmedizinisch untersuchen und zum Beispiel für den Fall eines späteren Gerichtsverfahrens dokumentieren zu lassen. dpa

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