ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/20183 Fragen an Dr. med. Iris Hauth, Vice-President der DGPPN

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3 Fragen an Dr. med. Iris Hauth, Vice-President der DGPPN

PP 17, Ausgabe August 2018, Seite 346

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Dr. med. Iris Hauth, Vice-President der DGPPN
Dr. med. Iris Hauth, Vice-President der DGPPN

Schafft es eines der Best-Practice-Modelle, psychisch Kranke sektorenübergreifend zu versorgen?

Für die Patienten kreieren alle Modelle auf jeden Fall eine bessere Versorgung in Bezug auf Outcome, Symptomreduktion und Lebensqualität. Aber sie vernetzen zumeist nur auf horizontaler Ebene, nicht auf der vertikalen, sind also entweder auf der Krankenhausebene oder im ambulanten Bereich aktiv.

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Also kein Potenzial als Schablone für die Regelversorgung ...?

In ihren Bereichen sind die Modelle gut. Aber um das System in Gänze zu verändern, sind sie nicht so tauglich, denn keines hat einen wirklichen Link in den jeweils anderen Sektor. Die Vorteile sind aber, dass Wartezeiten verringert werden, die Versorgung vernetzter und intensiver erfolgt. Wenn im ambulanten Sektor eine komplexere und intensivere Behandlung möglich wäre, könnten Aufnahmen in die Klinik vermieden werden.

Was wäre für eine echte sektorenübergreifende Versorgung nötig?

Wir brauchen eine Verbundstruktur in der Region, die auch das Lebensumfeld des Patienten miteinbezieht. Notwendig ist ein Versorgungspfad, der sich an den wechselnden Bedarfen der Patienten ausrichtet. Facharzt, Psychologischer Psychotherapeut, Soziotherapeut, ambulanter Pfleger und Krisenteams müssen mit der versorgenden Klinik verbindlich vernetzt werden. Für die koordinierenden Funktionen braucht man finanzielle Anreize, wie ja auch der Sachverständigenrat fordert. Der Gesetzgeber muss die Rahmenbedingungen verpflichtend machen, denn meist überwiegen doch partielle Interessen.

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